Sohnemann lernt fleißig neue Wörter. Interessant dabei ist, dass er nicht etwa die am Häufigsten gehörten Wörter spricht, sondern die, die ihm anscheinend das Meiste einbringen.
Seit Montag sagt er "Keks". Das ist für ihn zweifelsfrei ein sehr wichtiges Wort. Zum richtigen Zeitpunkt ausgesprochen, bringt es ihm sofort und ohne Umschweife selbigen ein, den er dann mehr oder weniger schnell verzehrt. Allerdings erhält er auch ohne einen zu bekommen viel Aufmerksamkeit, da das Wort sehr hübsch klingt. Mehr wie "Kexss".
Seinen Namen dagegen, den er sehr sehr oft hört, spricht er fast gar nicht. Kann auch daran liegen, dass er mit vier Silben doch recht lang ist.
"Nein" zeigt er recht deutlich mit Kopfschütteln an, dagegen scheint "ja" in seinem Wort- und Gestenreportoir komplett zu fehlen. Entweder er freut sich überschwenglich, wenn man das Richtige erkannt hat, oder er schaut einfach nur erwartungsvoll, auf dass die Mama fleißig weiter rät.
Und dann gibt es da noch die Universalwörter. Sein Liebstes ist "Ga". Es steht für "Katze", "da" und alles andere, was er noch nicht genau bezeichnen kann, meist in Verbindung mit dem Zeigefinger. Und "a" ist auch wunderbar vielseitig, es steht für "auf" und "an" und "aus", verdoppelt für das große Geschäft und je nach Situation für diverse andere Aussagen.
Wörter, für die wir Gesten benutzen (Zwergensprache), scheint er dabei schneller zu lernen. Und immer wieder überrascht er uns mit Gesten, die wir ihm zwar schon oft gezeigt, die ihn aber scheinbar kaum interessiert haben. Vor kurzem erst zeigte er plötzlich die Geste für "Musik" und deutete mit einem "Da" auf Opas Radio.
Am interessantesten in diesem Zusammenhang ist allerdings die Interpretation für alle diese Wörter und Gesten von denen, die eben nicht immer mit ihm zusammen sind und daher Sohnemanns Bedeutungen nicht kennen...
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