Sonntag, 13. Mai 2012

Kindermund

Sohnemann sitzt bei Papa auf dem Schoß und pustet in die Bierflasche, um Töne zu erzeugen. Plötzlich hebt er die Flasche an, dass das Bier an seinen Mund schwappt.
Papa: "Hey, nicht das Bier kosten!"
Sohnemann: "Hab son kostet, Papa."
Papa: "Bier schmeckt doch nicht!"
Sohnemann: "Doch! Hm, meckt gut, Papa."


Papa und Sohnemann sind unterwegs, um noch etwas einzukaufen. Papa erzählt Sohnemann im Auto, was sie brauchen: Bier, Eier, Schinken, Tortenboden.
Bei Betreten des Marktes überlegen sie, was es alles war.
Papa: "Eier, Schinken, ..."
Sohnemann: "... Fußboden."

Mittwoch, 9. Mai 2012

Von Kuchenkatastrophen und Erfindungsreichtum...

Sohnemann hatte am Montag Geburtstag... hach, nun ist er schon zwei... *seufz* Aber das ist nicht das, was ich eigentlich erzählen will.

Ein Geburtstag braucht einen Geburtstagskuchen. Also hab ich mich am Sonntag abend in die Küche begeben und gebacken. Ich geb zu, besonders einfallsreich war ich nicht, aber bei einer Freundin hatte ich Muffins gegessen, die oberlecker waren. Also hatte ich die entsprechende Backmischung gekauft. Sohnemann sollte einen kleinen Kuchen bekommen, aber eben keine Muffins. Deshalb goss ich den Teig in die gut gefettete kleine Gugelhupfform. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, denn schon bei normalen Teigen muss man die Form mit Sie ansprechen, dass sie den Inhalt wieder her gibt... Und erfahrene Bäckerinnen werden mir wahrscheinlich sagen, dass Muffinteig in Muffinförmchen gehört, nicht in Gugelhupfformen. Jaja, das weiß ich ja alles, aber manchmal muss man das eben wieder neu ausprobieren... Töchterchen probiert manche Dinge auch immer wieder, selbst wenn sie weiß, dass es so nicht geht.

Naja, was soll ich sagen, es sah ja erst ganz gut aus, allerdings... naja, schaut das Foto an, dann wisst ihr alles.
Kreativ bin ich ja ab und an, und Sohnemann sollte unbedingt einen Kuchen bekommen. Leider scheiterte mein Vorhaben zunächst am Zutatenmangel. Zucker, (weißes) Mehl und Kartoffelstärke hatte ich grad nicht da. Aber die Schwiegermutter! Ein Anruf genügte und wenige Minuten später gabs eine Zutatenlieferung per Fahrradkurier, genannt Opa, oder Schwiegervater.
Also hab ich den Backofen erneut angeschmissen und einen Biskuitt-Tortenboden gebacken. Laut Anleitung muss der vor der Weiterverarbeitung mindestens zwei Stunden ausruhen, doch wer will schon bis Mitternacht warten... Also kam er noch heiß raus aus der Form, drauf auf die Tortenplatte und wurde mit Pudding begossen, ebenfalls noch heiß. Darüber hab ich dann die Schokomuffin-Krümel gestreut. Dann noch ein paar Zuckerstreusel drüber, fertig.
Übrigens, der Kuchen war sehr lecker. Am Ende sah er dann so aus, wie auf dem zweiten Bild.
Er hat sogar das Potential, neuer Lieblingskuchen zu werden *g*
Not macht eben doch erfinderisch.


Nochmal Mützen

Inzwischen hab ich vier Mützen gestrickt.
Krümeline zeigt mein letztes Exemplar, das nun sogar den Angaben in der Anleitung entspricht. Krümel trägt Sohnemanns Mütze und die Grün-Blaue hab ich nochmal mit dazu gelegt, da sie beim letzten Mal ihre "Bommel" noch nicht hatte.


Hier zeigt Sohnemann seine Mütze nochmal selbst. Die hätte allerdings noch etwas höher sein können. Durch den Rollrand rutscht sie gerne hoch.

Die Häkelbildchen hab ich bei DaWanda bestellt.

Freitag, 4. Mai 2012

Hm... hier weiß ich keinen Titel.

Ein entfernter Bekannter hat sich das Leben genommen.
Gestern hab ich es erfahren, dabei ist es schon ein paar Wochen her. Seitdem denke ich darüber nach, warum er es gemacht hat. Mein Mann hat es vermutlich gestern schon auf den Punkt gebracht: "Er kam in seinem Körper wohl nicht mehr klar..."
Kennen gelernt hab ich ihn als Mann. Er war handwerklich geschickt, immer ruhig und freundlich, lächelte aber eher selten. Auf mich machte er einen gelassenen, zufriedenen Eindruck. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, hatte er einen Rock an. Er schien sich damit recht wohl zu fühlen. Aus den Medien weiß ich, dass es Menschen gibt, deren Körper genau das andere Geschlecht hat, als sie sich fühlen. In der heutigen Zeit ist es möglich, den Körper den Gefühlen anzugleichen, das ist allerdings ein langer, schmerzhafter Weg. Und das ist "nur" der körperliche. Der soziale Weg ist vielleicht sogar der schwierigere. Menschen, die einen so kannten, sollen plötzlich jemand anderes in einem sehen... vor allem für enge Verwandte und Freunde ist das sicher sehr schwer. Und für den Betroffenen? Was muss dieser erst durch machen, wenn schon das Umfeld Schwierigkeiten damit hat?
Ich habe großen Respekt vor Menschen, die sich "outen", egal weswegen. Das ist sehr schwer, wie ich von einem guten Freund weiß, der schwul ist. Bei ihm war ich damals einer der ersten Menschen, denen er es gesagt hat. Er hatte Angst davor, wie ich - und andere Personen - reagieren könnten. Ich gebe zu, damals war ich etwas überrascht, aber danach hatte ich viele Fragen, die ich ihm auch stellen durfte. Und ich glaube, das war gut so. Für mich ist er dadurch kein anderer Mensch geworden, aber ich habe ihn besser verstanden.
Insofern frage ich mich jetzt, ob es gut gewesen wäre, diesmal ähnlich zu reagieren... Vielleicht wäre es gut gewesen, ihn darauf anzusprechen, ihm Verständnis entgegen zu bringen. Behinderte sagen, es ist einfacher, mit offen gestellten Fragen umzugehen, als mit verstohlenen Blicken. Vielleicht war es für ihn genauso? Ich habe ihn nur einmal als Frau gesehen, für ein paar Minuten. Auch diesmal war ich überrascht, und ich hätte viele Fragen gehabt. Aber da er nur ein Bekannter war, habe ich sie nicht gestellt.

Wie verzweifelt muss er gewesen sein, dass er diesen endgültigen Weg gegangen ist?
Ihm wünsche ich, dass er jetzt Ruhe findet.
Und seiner Familie wünsche ich sehr viel Kraft, mit dem Verlust fertig zu werden. Ich wünsche ihnen Mut, wieder nach vorn zu schauen, Menschen, die ihnen Trost geben und Erinnerungen, die irgendwann zu schönen Erinnerungen werden.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Kinder sind unberechenbar - die Zweite

Meines Mannes Onkel hat schon sein ganzes Leben an einem Feiertag Geburtstag, nämlich am ersten Mai. Früher wurde ja an diesem Tag marschiert und angeknüpft an diese Tradition hatte er zu einem Ausflug eingeladen. Wir waren am Cospudener See bei Leipzig.
Bis dahin fahren wir etwa eine Stunde mit dem Auto. Nach gefühlten zwei Minuten - tatsächlich könnten es auch so etwa zehn gewesen sein - kam das erste Mal "Wann sind wir denn endlich angekommen?" vom Töchterchen. Sohnemann dagegen wehrte sich bereits auf der Hinfahrt erfolgreich gegen seine zufallenden Augen.
Irgendwann waren wir da und für die Geburtstagsgesellschaft gab es erstmal Sekt, sehr zum Missfallen von Töchterchen, die am liebsten sofort mit dem eingepackten Sandspielzeug ans Seeufer zum Sandburg bauen gegangen wäre. Aber da inzwischen Mittag war, wollten wir erst was essen und später neu entscheiden, so dass das Sandspielzeug im Auto bleiben musste.
Etwas getröstet war sie, als wir am Spielplatz ankamen. Während die Kinder sich ein wenig betätigten, suchten die anderen eine Gaststätte. Das Essen war lecker, die Portionen klein und die Preise groß. Aber es war ja ein heißer Tag, da mag man ja sowieso nicht so viel essen.
Opa zog schonmal mit den beiden Kindern los, die keine Lust mehr hatten, in der Gaststätte zu sitzen. Wir anderen wollten noch austrinken.
Es dauerte nicht lange, und die drei Entdecker waren wieder da... Töchterchen patschnass von den Füßen bis zu den Oberschenkeln, Sohnemann von unten bis zur Brust...
Mama war sauer, auf Opa, der nicht aufgepasst hatte und auf Töchterchen, die eigentlich weiß, dass man nicht mit Schuhen ins Wasser darf. Und Mama wollte sofort nach Hause. Oma schimpfte mit Opa und erklärte mal wieder, dass Opa im Beisein der Enkel selbst zum Kind wird und dementsprechend einen Babysitter braucht. Und Papa versuchte, die Wogen zu glätten, schließlich hatte Mama ja vorgesorgt und für jedes Kind zwei fast komplette Wechseloutfits im Auto dabei. Aber leider keine Wechselschuhe.
Schließlich wurden die Kinder am Auto trocken gelegt, die Sandalen am Kinderwagen befestigt in der Hoffnung, die Sonne würde sie bald trocknen und Töchterchen durfte mangels festen Sohlen auf den Kiddyboard mitfahren. Sohnemann sollte schlafen im Kinderwagen. Nach einigem Protest nickte er ein, war aber sofort wieder wach, als der Kinderwagen stehen blieb. Für den Rest des Tages, an dem es noch eine Schifffahrt auf dem See und einen Aufstieg auf einen Aussichtsturm gab, wehrte er sich erfolgreich gegen das Sandmännchen.
Insgesamt war es ein schöner Tag...wenn nur die ganzen kleinen Ärgernis-Momente nicht wären...

Bleibt noch die Frage offen, wie die Kinder nass gworden sind. So genau weiß ich es nicht, die Erklärungen beschränkten sich auf "Töchterchen rein gelaufen" und "Sohnemann von der Hand los gerissen", "schnell" und "hineingefallen".
Warum man allerdings alleine mit zwei lebhaften Kindern so weit an das Wasser heran gehen muss, dass eben das passieren kann, bleibt wohl auf ewig Opas Geheimnis.