Am Montag abend beim Essen fragte mich Sohnemann mehrmals, was das auf seiner Hand wäre. Er hatte in seinem ersten Lebensjahr Neurodermitis am ganzen Körper und inzwischen glücklicherweise nur noch einzelne Stellen. Meine Antwort fiel dementsprechend aus: "Das ist eine Stelle, die wir nachher eincremen müssen."
Damit war das für mich erledigt.
Sohnemann war fertig mit essen und wollte unbedingt aufstehen. Als wir es ihm erlaubten, wusch er Hände und verschwand im Nebenzimmer. Da Töchterchen an dem Tag Einschulungsuntersuchung gehabt hatte, unterhielten wir uns noch darüber und beachteten Sohnemann nicht, der zwischenzeitlich den kleinen Hocker, der zum Hochsteigen am Waschbecken steht, geholt hatte.
Einige Zeit später kam er sichtlich zufrieden wieder in die Küche und kletterte auf sein Stühlchen.
Der Papa sah gleich, dass seine Hände irgendwie weißlich waren, als hätte er mit Kreide gemalt. Das war zumindest mein erster Gedanke, aber ich verstand schon im nächsten Augenblick. "Hast du dich selbst eingecremt?" Freudestrahlend bekamen wir ein Ja. Und genauso freudig zeigte er uns, wie er das gemacht hatte: Hocker vor den Wickeltisch stellen - darauf steigen - von dort auf den Wickeltisch - darauf aufstehen und die Creme vom Regal über dem Wickeltisch holen - die entsprechenden Stellen an den Händen sorgsam und dünn eincremen - vom Wickeltisch wieder herunter klettern.
Stolz hat es uns schon gemacht, das müssen wir zugeben. Lob gab es dementsprechend dafür auch. Sohnemann war ebenso stolz auf sich.
(Daran denken, was hätte passieren können, wenn Sohnemann herunter gefallen wäre, tun wir einfach mal nicht.)
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