Donnerstag, 9. Juli 2015

Schulvorstellung und Kindermund

Heute war die diesjährige Schulvorstellung an der Bühne. Die gibt es schon seit vielen Jahren und findet immer am Donnerstag vor den Sommerferien um 10 Uhr statt. Begonnen hatte alles mit einer Darstellerin, die von ihrer Schule gefragt wurde, ob es nicht möglich wäre, an einem Werktag am Vormittag zu spielen.
Inzwischen ist es für manche Schulen ein fester Bestandteil der letzten Schulwoche, unser Theater zu besuchen. Möglich ist das nur nach Vorbestellung, denn wenn die Kapazitäten der Zuschauerbänke erschöpft sind, geht einfach nichts mehr. Heute waren etwa 400 Schüler anwesend, ein paar mehr hätten noch Platz gefunden.

Vor Beginn regnete es mal wieder, so dass alle Bänke nass waren und auch unsere Requisiten, die aus den Containern geräumt werden müssen, um Platz für die Körbe (mit Kostümen, persönlichen Dingen und Privatkleidung) und zum Umziehen zu schaffen. Aber das kennen wir ja schon.
Was wir noch nicht hatten war eine Lehrerin, die nicht verstehen konnte, dass in einem Freilichttheater die Sitzbänke nass sind, wenn es regnet. "Die Schüler haben alle Regenjacken an. Aber wir hatten erwartet, dass die Sitzplätze trocken sind." Klar, wir haben ja auch genug Tücher, um an die 450 Sitzplätze zu trocknen und sie auch trocken zu halten, während es weiter regnet...
Schließlich saßen alle und es konnte los gehen. Hinter der Bühne sind alle bereit und auf ihren Startplätzen.

Mal noch schnell einen Blick durch die Ritzen der Kulisse in den Zuschauerraum riskieren... während des Stückes schaue ich nahezu nie ins Publikum.
In der Pause kamen viele Schüler auf die Bühne. Sie wollten den Drachen hautnah bestaunen.
Einige konnten kaum glauben, dass wir echtes Feuer schüren.
Kurz vor der Pause bekommt einer ein Brandmahl. Es zischt tatsächlich und aus dem Zuschauerraum wirkt es echt. In der Pause kam ein Schüler zum entsprechenden Darsteller und fragte nach dem Brandzeichen: "Kann ich das mal sehen?" H. schob das Tuch beiseite und man sah am Hemd einen Fleck an der gebrandmarkten Stelle, sah fast aus wie Eiter. Das Gesicht des Schülers war herrlich.
Dann entdeckten einige Schüler den Weg über die Grotte und immer mehr Schüler folgten hinauf.
Schließlich kam eine Lehrerin und zitierte die Schüler zurück in den Zuschauerraum, unterstützt vom Gong, der die zweite Hälfte einläutete.
Am Ende des Stückes gibt es traditionell einen (Schoko)-Talerregen ins Publikum, die Schüler waren begeistert. Das hat immer etwas von "Raubtierfütterung". Aber ich hatte wie immer meine Kamera nicht mit auf der Bühne.
Es war eine gelungene Vorstellung mit einem Publikum, das leise war, das Stück andächtig verfolgte und sich mitreißen ließ. So macht Theater spielen Spaß.

Und noch ein Kindermund:
Am Ausgang stand der Vater von Zweien unserer Darsteller-Kinder, ein echter Punk mit schwarzer, nietendurchsetzter Lederkleidung, abrasierten Haaren links und rechts, in der Mitte ein akkurat stehender, pink gefärbter Kamm und diverse (Nieten)-Piercings in sämtlichen sichtbaren Körperteilen. Ein paar Jungs - ich schätzte sie sind in der 5. Klasse - musterten ihn und schließlich sagte einer: "Ach, ein Clown."

Freilichttheater-Grüße von TAC

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