... hieß es gestern bei Töchterchen in Klasse 3. Dazu gab es einen Wandertag zur historischen Mühle im Nachbarort und ich durfte die Klasse begleiten. 28 Wuselkinder sind für eine einzelne Lehrerin zu viel, aber zu zweit konnten wir sie zusammen halten.
Der Weg hin zur Mühle sollte zu Fuß zurück gelegt werden. Bereits nach 15 Minuten mochten die ersten nicht mehr weiter laufen oder eben nur noch langsam. Ich lief am Ende der Klasse und hatte alle Mühe, die Kinder immer wieder zu animieren, die Lücken nicht so groß werden zu lassen. Aber schließlich kamen alle vollzählig nach 1,5 Stunden Fußmarsch an und durften sich stärken. Dazu hatten alle ein Frühstück im Rucksack und es gab eine Überraschung für die Schüler: Meine Mutter, die gegenüber wohnt und mit den Mühlenbesitzern "gut dran" ist, brachte uns Limonade und Wasser.
Nachdem geklärt war, wo das Klo ist (lieber einmal allen zeigen, als 28 Schülern einzeln), durften wir in die Mühle hinein. Dort wurde gleich als erstes Brotteig hergestellt.
Die Kinder hatten viel Freude beim Kneten und Matschen mit dem Teig, kosteten die einzelnen Zutaten und schwatzten wild durcheinander. Mit mehlbestaubten Händen kann man beispielsweise klatschen, bis es im Raum aussieht, als wäre Nebel.
Ein Junge schnupperte an der Hefe - sein Gesicht sprach Bände.
Als der Teig endlich in den Formen war, klebten beträchtliche Mengen davon auch in Haaren, Gesichtern, Armen bis oberhalb des Ellenbogens und auf der Kleidung. Jeder wusch sich, so gut er konnte.
Während der Teig aufging, gab es eine Mühlenführung, bei der die Kinder sehr interessiert lauschten.
Nach einer weiteren kurzen Pause wurde an Stationen gearbeitet. Wieso kann man eine Granne nur in eine Richtung zwischen den Fingern durch ziehen? Wie wurde früher Korn gemahlen und wieviel Kraft braucht man dazu?
Was kann man aus den einzelnen Getreidesorten herstellen? Was ist der Unterschied zwischen Vollkornmehl und dem Weißmehl, was es zu kaufen gibt?
Welchen Weg nimmt die Nahrung durch unseren Körper? Auf diese und noch viele weitere Fragen konnten die Schüler selbständig in Vierergruppen Antworten finden.
Irgendwann begann es ganz intensiv nach frisch gebackenem Brot zu riechen. Aber noch mussten sich alle etwas gedulden, denn erst wurden einige Ergebnisse von den Stationen besprochen.
Und dann endlich bekamen die Kinder "ihr" Brot, das noch warm war und herrlich duftete. Und es wurde gekostet. Erst ganz zaghaft ein paar Krümel, dann etwas mehr und schließlich knabberten alle an ihren Broten herum.
Auch die Lehrerin und ich bekamen je ein Brot. Da Töchterchen ein eigenes hatte, schenkte ich meines am Nachmittag meinen Eltern.
Inzwischen war es Zeit, aufzubrechen. Die Bushaltestelle liegt glücklicherweise nur wenige Meter entfernt, so dass keiner Zeit hatte, zu maulen. Im Bus sang mir die Klasse ein Lied vor, dass sie gerade im Musikunterricht gelernt hatten und gemeinsam trällerten wir "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." Zwei Frauen, die unterwegs einstiegen freuten sich riesig über diese musikalische Busfahrt.
Es war ein wirklich schöner Ausflug. Und ich bin sehr positiv überrascht über das Miteinander der Schüler (die ja Anfang des Schuljahres aus zwei Klassen zu einer zusammen geworfen wurden) und wie gut alles geklappt hat, wie schön sie mitgemacht haben, dass es keinen Ärger oder sonstige Probleme gab...
Nach den Herbstferien gibt es eine Projektwoche zur Kartoffel, da werde ich einmal mit aushelfen. Und vor Weihnachten werde ich die Klasse zur "Weihnachtsfeier mit Lesenacht" begleiten.
Vorfreudige Grüße von TAC
Dienstag, 6. Oktober 2015
2 Kommentare:
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Das war bestimmt ein ganz tolles Erlebnis für die Kinder!
AntwortenLöschenIch backe sehr gerne Brot selbst - wenn ich nur an den Duft im Haus denke, mmh :-)
Liebe Grüße,
Karen
Ja, das war es ;)
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