Dienstag, 26. September 2023

Häkelanleitung: Puppenmütze konstruieren

Aus Gründen hab ich für die BabyBorn-Puppe eine Mütze häkeln wollen und mir dafür beim Nachbarskind eine solche ausgeliehen. Und wie ich da so dran häkelte, dachte ich, ich könnte gleich die Anleitung dazu mitschreiben. 
Hier ist die Entstehung zwar am Beispiel der BabyBorn gezeigt, aber genau so hab ich auch schon Mützen für unsere Krümelkinder und das kleine Krümelchen gehäkelt. Verwendbar ist jede beliebige Wolle. Für die Fotos hab ich "meine" Deckenwolle benutzt, die ist recht dick. 
Und nun, ran an die Häkelnadel! 

Ich wähle eine Häkelnadel passend zur Wolle. Da Puppenkinder eher feste Köpfe haben und das Mützchen gut dehnbar sein sollte, lieber eine größere Häkelnadel nehmen. Das gilt ganz besonders, wenn man recht fest häkelt. 

Ich häkle in Runden und schließe jede mit einer Kettmasche, das schreibe ich nicht jedes Mal dazu. 

Ich beginne die Mütze am Hinterkopf. Den messe ich zunächst aus:
Mit etwas Platz links und rechts brauche ich etwa 6-7cm für den Hinterkopf. 

Ich beginne mit einem Fadenring. Da hinein kommen 7 feste Maschen. 
Fest ziehen und in der ersten Runde jede Masche verdoppeln, feste Maschen. 
In der nächsten Runde jede 2. Maschen verdoppeln... 
... dann jede dritte und so weiter, bis die gewünschte Größe erreicht ist. Bei dieser dicken Wolle war es schon nach 3 Runden soweit, bei dünnerer dauert es länger. 
Ab jetzt forme ich bereits die Rundung. Dazu verdopple ich in der nächsten Runde nur noch jede 6. Masche. 
Unter Umständen muss man hier ein wenig probieren. Je nachdem, wie viele Runden man flach gehäkelt hat, kann man nun quasi 2-4 Runden "überspringen". Ich hoffe, man versteht, wie ich das meine. 
Nach dieser Runde sollte sich schon eine leichte Kuppel bilden. 
Es ist hilfreich, regelmäßig am Puppenkopf zu testen. 
In der nächsten Runde häkle ich Stäbchen. Ich verdopple jedes 10. Stäbchen, um die Rundung weiter auszuformen und die Mütze dem Puppenkopf anzupassen. 
Häufig häkelt man 3 Luftmaschen anstelle des ersten Stäbchens. Das sieht man am Ende bei der Mütze sehr. Deshalb hab ich mich hier für eine andere Variante entschieden, die sicher auch einen Namen hat ;) 
Ich ziehe eine Schlaufe so hoch wie ein Stäbchen. 
Umschlag auf die Nadel, Faden holen. Auf der Nadel sind nun drei Schlaufen wie bei einem normalen Stäbchen. 
Und genau so wir auch weiter gehäkelt. 
Das ist mein erstes Stäbchen, es ist etwas dicker als normal gehäkelte. Nicht versehentlich als 2 zählen, das ist mir ein paarmal passiert, so dass ich die Runde wieder auftrennen musste. 
Noch 2 Stäbchen in die gleiche Stelle, das ist die erste Dreiergruppe. 
2 Maschen überspringen, nächste Stäbchen- Dreiergruppe u.s.w. 
So werden mehrere Runden gehäkelt. Die Dreiergruppen werden ganz normal ins V zwischen zwei Stäbchengruppen der Vorrunde platziert, so bleiben die Löcher kleiner, als wenn man in der Lücke zwischen den Dreiergruppen einsticht. Ich hab leider vergessen, das nochmal detailliert zu fotografieren. 
Es kann sein, dass es nicht genau passt mit je einer Stäbchengruppe in jedes 3. Stäbchen der Vorrunde. In diesem Fall kann man 1-2mal nur eine Masche der Vorrunde überspringen, nur eben nicht zweimal direkt nacheinander. So sieht man es weniger (auf dem Foto hab ich mal 2 und mal 1 übersprungen, man sieht den Unterschied kaum). 
Die kleine Helferin lässt sich gerne nochmal ausmessen. Vom Hinterkopf zum Ohr sind es 9-10cm. 
Ich häkle Runden mit Dreiergruppen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. 
Nun kommt ein Abschluss an die Mütze. Es gibt verschiedene Varianten. Meist häkle ich ein oder mehrere Reihen feste Maschen. Hier an dieser Mütze reichte mir eine Reihe. 
An der blauen Mütze hab ich eine Reihe halbe Stäbchen gehäkelt, da feste Maschen zu starr wurden und die Mütze nicht mehr gut über den Puppenkopf ging. 
Hier nochmal die Rückseite mit dem recht unauffälligen Rundenbeginn. 
Alle Fäden vernähen, fertig. Passt. Ich hab noch einen Knopf aus dem Fundus angenäht. 
Und natürlich geht das auch mit anderen Farben:
Wie ich die kleine Tasche gehäkelt habe, zeig ich euch in einem anderen Eintrag. 
Das rote Set hat meine kleine Helferin mit zu ihrer Puppenmama genommen und damit für strahlende Kinder- (und Mama- und Papa-) Augen gesorgt. (O-Ton der Mutter: "Da möchte man selbst nochmal Kind sein!") 

Das blaue Set wanderte zu einer kleinen Puppenmama, die vor einige Zeit große Schwester geworden ist. Das kleine Brüderchen hat eine Mütze in der gleichen Farbe bekommen. 

Häkelgrüße von TAC 


Das "Kleingedruckte":
  • Fragen können in den Kommentaren gestellt werden und gerne dürft ihr eure Mützchen nach dieser Anleitung verlinken. 
  • Diese (meine) Art, Puppenmützen zu häkeln ist über die Jahre gewachsen. Sie ist nicht abgeschrieben. 
  • Die Anleitung kostet nix und darf verwendet werden. 
  • Die Anleitung darf nicht verkauft werden. 
  • Danach gehäkelte Puppenmützen sollten am liebsten verschenkt, dürfen aber auch in kleiner Stückzahl verkauft werden. 

6 Kommentare:

  1. Klar, das so hübsche Mützchen Freude auslösen. Toll, das du eine Anleitung reingestellt hast für uns. Herzlichst Kirsten

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  2. Puppensachen muss man einfach selber machen. 😊 Deine Mützen sehen klasse aus. Die hiesige Puppe wurde auch rauf und runter benäht.

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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  3. Liebe Tac,
    vielen Dank für dein tolles Päckchen. Mk ist schwer begeistert von Mütze und Tasche, sie werden hier gerne bespielt. Auch die Mütze für den Sohn ist toll. Da muss ich nur nochmal schauen, ob sie auf den großen Kopf passt. Und über die anderen Sachen habe ich mich auch schon gefreut.
    Liebe Grüße Anne

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    1. Sehr schön, da hab ich ja alles richtig gemacht.
      Ich hoffe, euch gehts gut ;)

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