Einen verregneten Mai hatten wir dieses Jahr. Und kein Ende in Sicht. Naja, nicht ganz, für Montag ist besseres Wetter angekündigt, aber gefühlt dauert das noch ewig.

Gestern waren wir auf dem Kirchturm, haben die Wasserlage von oben betrachtet und Fotos gemacht. Ganz so schlimm wie 2002 ist es zum Glück nicht, aber der Pegelstand der Zwickauer Mulde wollte beobachtet werden. Es war gestern und auch heute ein regelrechter Tourismus an unserer Brücke zu beobachten. Viele Leute gingen in den Park und tauchten kurz danach wieder auf. Im Park stand das Wasser schätzungsweise knietief, der Weg war gesperrt.
Auf dem ersten Bild ist die Fernverkehrsstraße zu sehen, die dann nach rechts auf die Brücke abknickt. Genau im Knick geht es nach links in den Park.

Übrigens, unter dem Wasser am linken Bildrand ist normalerweise Wiese, die für unterschiedliche Dinge genutzt wird. An diesem Wochenende wollte da eigentlich laut Schildern ein Zirkus gastieren. Seit absehbar wurde, dass es Dauerregen geben wird, verschwanden alle Aufsteller. Das war eine sehr weise Entscheidung, denn der gesamte Zirkus wäre in der Nacht von Donnerstag zu Freitag in Wasser und Schlamm versunken.
Auf dem zweiten Bild sieht man den Park und dahinter die Richtung, aus der die Zwickauer Mulde kommt.
Am kommenden Wochenende ist Töpfermarkt in unserem Ort. Die Wiese vom ersten Bild dient da immer als großer und extrem voller Parkplatz. Ich glaube kaum, dass die Wiese so weit abgetrocknet sein wird, dass sie von unzähligen Autos befahren werden kann. Am Töpfermarktwochenende herrscht hier sowieso Ausnahmezustand, was wild parkende Fahrzeuge, ortsunkundige motorisierte Menschen und Fußgängermassen betrifft. Wenn dann noch der größte Parkplatz, der in zumutbarer Laufentfernung vom Töpfermarkt liegt, nicht genutzt werden kann, wird das Chaos nur noch größer. Früher bin ich an dem Wochenende oft ausgewandert. Das geht diesmal nur bedingt, wir haben Probe an der Bühne...
Womit wir schon beim nächsten Wasserthema wären: Nur etwa 50m neben der Freilichtbühne verläuft ein kleines, munter vor sich hin plätscherndes Bächlein, das in diesem Jahr eine Behelfsbrücke für uns Darsteller bekommen hat. Dieses Bächlein ist zum Fluss geworden, hat unsere Brücke verrückt. Außerdem steht im Orchestergraben knietief das Wasser. Die Elektrik wurde von der Stadt komplett abgestellt, da sie im Orchestergraben unter einem Vorsprung liegt. Der einzige Zufahrtsweg darf derzeit nicht genutzt werden. Also sind wir an diesem Wochenende kurzerhand in die Turnhalle ausgewichen für die Durchlaufproben. Leider passen die Pferde da nicht mit rein, so dass wir sie immer noch nicht ins Theaterstück einbauen konnten. So langsam drängt die Zeit, in drei Wochen ist schon Premiere.

Auf dem dritten Bild sieht man die Richtung, in die die Mulde fließt. Das Flussbett verläuft links neben den Bäumen, die am linken Bildrand erkennbar sind. Auf dem Bild ist auch unser Haus mit drauf, aber ich verrate nicht, welches es ist ;)
Würde der Damm brechen, stünde unser Haus unter Wasser. Sicher versteht jetzt jeder Leser des Blogs, wieso wir und so viele andere den Pegelstand sehr genau im Auge behalten...