Für heute hatte sich ein Mann vom hiesigen Wasserversorger angemeldet, um turnusmäßig unsere Wasseruhr auszuwechseln. Unser Haus ist alt und dementsprechend haben wir noch so ein undekoratives "Wasserloch", das wir im Zuge der Flurgestaltung vor paar Jahren unter Laminat versteckt haben, das aber einen Umbau der Wasseruhr nur schwer zulässt (außer durch ein kleines Lüftungsloch so wie beim letzten Wechsel der Wasseruhr, aber das wollte der Mann unter keinen Umständen wieder versuchen).
Pflichtbewusst hatte also mein Mann gestern das dementsprechend konzipierte Laminat gehoben, um das Wasserloch frei zu legen.
Als ich abends mit den Kindern nach dem Besuch bei meinen Eltern nach Hause kam, empfing er uns mit einem Gesicht, das Bände sprach. "Was ist los?" fragte ich und bekam zur Antwort: "Nichts weiter, du hast nur kein Wasser in der Küche."
Ich komme in jedem Raum ohne Wasser aus, Toilette, Bad, Waschmaschinenraum, egal. Nur nicht in der Küche. Da brauch ich Wasser. Und als wollte ich es mir selbst beweisen, ging ich mit dem Gedanken ans Abendessen vorbereiten in die Küche, direkt zum Waschbecken und machte Seife auf meine Hand. Unbewusst... Also wieder runter, Hände waschen im Bad...
Mein Mann hatte die Wasserhähne im Wasserloch bewegt, wie man es ab und zu tun soll, um sie gängig zu halten. Einer ging schwer, den hatte er mehrmals bewegt. Dann ging er wieder leicht, allerdings begann er auch, heftig zu tropfen. Zugedreht gab er Ruhe, also blieb er erstmal zu.
Glücklich ist, wer eine große Verwandschaft und Bekanntschaft hat. Meines Mannes Cousin ist zufällig Installateur und wurde dementsprechend telefonisch befragt, was man denn tun könne. Und tatsächlich gab es Soforthilfe. Beim Drehen am Hahn wurde die Gummidichtung verschoben, wodurch es zu tropfen begann. Dreht man gegensätzlich, kann man die Dichtung wieder verschließen, ohne den Wasserhahn abdrehen zu müssen.
Unsere Wasserlosigkeit dauerte dadurch zum Glück nur ein paar Minuten.
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