Donnerstag, 5. November 2015

Mit welcher Selbstverständlichkeit...

... wir Dinge hinnehmen, die hier "normal" sind, bemerken wir im Alltag kaum. Eigentlich sollte man da viel öfter drüber nachdenken und bewusst dankbar sein für die vielen Selbstverständlichkeiten unseres komfortablen Lebens.
Unter normalen Umständen hätte ich den heutigen Post nicht geschrieben, aber manchmal wird man einfach zum Innehalten gezwungen. So ging es uns in den letzten Tagen gleich mehrfach.

Zunächst mal wollte ich am Montag Nachmittag Sohnemann aus dem Kindergarten holen und mit den Kindern meine Mutter besuchen, die 7km entfernt im Nachbarort wohnt. Doch ich konnte meinen Autoschlüssel nicht finden. Herr TAC hatte mein Auto am Sonntag benutzt. Seit er einen hochmodernen Firmenwagen besitzt, muss er den Schlüssel nur noch in der Hosentasche tragen, gestartet wird per Knopfdruck. Wenn er in Gedanken ist, hat er das auch schon in meinem Auto versucht, sehr zu unserer Belustigung. Leider passiert es dadurch, dass er den Schlüssel stecken lässt. Und genau so war es am Montag, allerdings war auch die Zündung noch eingeschalten. Und das wiederum bedeutete, dass die Batterie komplett leer war. So leer, dass nichtmal mehr die Zentralverriegelung an meinem Auto funktionierte.
Am Montag saß mir die Zeit im Nacken, denn Sohnemann musste ja aus dem Kindergarten abgeholt werden. Also versuchte ich, telefonisch meine Mutter zu erreichen. Es brauchte mehrere Versuche, da sie zunächst noch nicht in der Nähe des Festnetztelefones war. Aber dann rief sie zurück. Sie kam mit ihrem Auto zu uns, wir holten Sohnemann ab und fuhren mit zu ihr. Später holte uns Herr TAC ab.
Mein Auto konnte dank Ladegerät wiederbelebt werden.
Selbstverständlichkeiten, die mir in diesem Zusammenhang einfallen sind:
- Ein eigenes Auto bedeutet Mobilität, und zwar uneingeschränkt jederzeit.
- Ein Knopfdruck und das Auto ist offen, oder eben verschlossen. Sehr praktisch.
- Telefone gibts überall.
- Hier im ländlichen Raum sind weniger Diebe unterwegs (mein Auto hätte auch weg sein können).


Gestern früh dann die nächste Überraschung: Kein Licht im Bad. Der Raum ist fensterlos und daher stockdunkel. Genauere Nachforschungen des Herrn TAC ergaben, dass weitere Räume stromlos waren, der untere Stromkasten dank des Schutzschalters komplett aus war und die Ursache des Übels wohl bei der Heiztherme liegt. Nachdem diese abgezogen war, ging uns ein Licht auf.
Zum Glück erreichte der Herr TAC einen Monteuer, der am Nachmittag kommen wollte. Da bestätigte er dann den Verdacht vom Herrn TAC und heute morgen kam er, um uns eine neue Pumpe in die Therme einzubauen.
Einen ganzen Tag war es kalt im Haus. Und auch jetzt ist es noch nicht gewohnt warm. Es dauert seine Zeit, bis die ausgekühlten Wände und Räume wieder aufgeheizt sind.
Außerdem wäre ich gestern nachmittag ehrenamtlich in der Bücherstube gewesen, hätte zwischendurch fix Sohnemann aus dem Kindergarten geholt. Da ich aber wegen des angekündigten Monteurs nicht weg konnte, sprang meine Mutter ein. Sie holte Sohnemann aus dem Kindergarten ab und las stundenlang ihm und anderen Kindern in der Bücherstube vor.

Selbstverständlichkeiten, die mir in diesem Zusammenhang einfallen sind:
- Strom!!! Einfach so. Aus der Steckdose. Überall. Jederzeit. Für alle möglichen und unmöglichen Geräte.
- Wärme im ganzen Haus, ohne mühsames Kohlenschleppen oder Anfeuern.
- Heißes Wasser zum Duschen, einfach so direkt aus der Wand.
- Großeltern in erreichbarer Nähe und mit genügend Lust und Zeit, um einzuspringen, wenn Not am Mann ist.

Und weil das alles noch nicht genug ist, verweigerte unser Kaffee-Vollautomat heute morgen den Dienst. Er hätte kein Wasser, meinte er und blieb hartnäckig bei seiner Meinung. Herr TAC hat ihn daraufhin erstmal entkalkt, aber das hat nichts genützt.
Naja, schaun wir mal, wie es damit weiter geht. Die Garantiezeit ist entweder schon um oder wird  in nächster Zeit vorbei sein. Könnte dieser eingebaute Selbstzerstörermechanismus sein, von dem viele Verbraucher berichten, die Hersteller aber nix wissen wollen.

So, eh jetzt meine Finger ganz abfrieren, werd ich mir mal Kürbissuppe von gestern aufwärmen.
Genervte Grüße von TAC

2 Kommentare:

  1. oha, da kam es aber knüppeldick, hoffentlich ist die Serie jetzt vorbei

    Liebe Grüße von der Maus

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  2. ja, das hoffen wir natürlich auch ;)

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