Wie versprochen möchte ich euch mitnehmen ins Abrisshaus. Ich möchte festhalten, wie es mal war, zusammen mit meinen Gedanken dazu, denn bald wird das Haus nicht mehr sein.
Ich bin in dem Haus, in dem ich jetzt mit meiner Familie wohne, aufgewachsen. Wir sind eingezogen, als ich drei Jahre alt war, bis dahin hatten meine Eltern eine kleine Wohnküche und ein Schlafzimmer im Haus daneben, was das Elternhaus meiner Mutter ist. Das Abrisshaus kenne ich also schon mein ganzes Leben. Allerdings habe ich nur noch Erinnerungen an die letzten Bewohner, die Familie K.
Heute möchte ich euch das Haus äußerlich von alles Seiten zeigen.
Es ist ein Reihenendhaus, wie unseres. Es gibt zwei Etagen und ein ausgebautes Dachgeschoss, darüber noch einen Dachboden.
In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es ein Hochwasser, dessen Spuren an diesem Haus nie beseitigt wurden. Recht eindeutig ist die Linie auf allen Seiten zu erkennen, die den damaligen Wasserstand markiert.
Das Haus war eines der Schönsten in der Straße mit seinen Erkerzimmern, den Holzjalousien und dem Blumenfenster auf der Giebelseite. Auf dieser gab es ursprünglich auch Fenster im Erdgeschoss, die aber noch vorm Verputzen zugemauert wurden. Erkennbar sind sie nur noch von innen.
Der dunkle senkrechte Streifen an der Giebelseite markiert den Ort, an dem in meiner Kindheit die lange Holzleiter aufbewahrt wurde, wenn sie nicht in Gebrauch war.
Der Anbau wurde in zwei Schritten gemauert. Zunächst war er nur eingeschossig mit Schrägdach, später wurde er um eine Etage erweitert, vermutlich um ein Badezimmer zu schaffen. Und am rechten Ende befinden sich mehrere Plumpsklos. Wenn man bedenkt, welchen Fortschritt es damals bedeutete, dass man für Toilettengänge das Haus nicht mehr verlassen musste... Heute ist es unvorstellbar, zum "Häuschen" in den Garten zu gehen.
Es war Maßarbeit, den Anbau so groß wie möglich zu bauen und dabei das Fenster voll nutzbar zu behalten. Ob dabei das Fenster in der ersten Etage versetzt wurde?
Von dieser Seite kann man die ursprüngliche Dachlinie des Anbaus erkennen. Unter der linken Ecke befand sich die abflusslose Grube, die wir kurz nach dem Grundstückskauf zugeschüttet haben. Die Gefahr, dass alles einstürzt war einfach zu groß. Wie kritisch das war, sieht man auch an dem Riss, der irgendwann mal notdürftig gekittet wurde, aber sich seitdem weiter vergrößert hatte.
An der vierten Hausseite "klebt" das Haus der Familie F. Der Besitzer erzählte uns zur Vorgeschichte der Häuser, dass dieser Straßenzug etwa Mitte des 19. Jahrhunderts abbrannte. Zwei Brüder bauten etwa um 1870 die beiden Häuser nach damaligen modernen Gesichtspunkten. Eine gemeinsame Mauer, die unten dicker als oben ist und auf beiden Seiten Nischen enthält zeugen auch jetzt noch davon, wie der Statiker, der letzte Woche Freitag da war, erklärte.
Das dritte Haus in dieser Reihe auf der anderen Seite wurde erst später errichtet.
Erklärende Grüße von TAC
Teil 1 - Das Haus von außen
Teil 2 - Der Dachboden
Teil 3 - Das Dachgeschoss
Teil 4 - Der erste Stock
Teil 5 - Das Erdgeschoss
Teil 6 - Der Anbau
Donnerstag, 24. März 2016
1 Kommentar:
Zunächst einmal lese, freue und bedanke ich mich herzlich über jeden Kommentar.
Bezugnehmend auf die DSGVU muss ich auf folgendes hinweisen:
1. Mit jedem Kommentar werden die eingegebenen Daten und ggf. weitere Daten wie IP-Adresse an den Bloganbieter übermittelt und gespeichert.
2. Kommentare können jederzeit selbstständig durch den Ersteller oder durch mich (TAC) gelöscht werden.
3. Blogger ermöglicht, Folgekommentare zu abonnieren. In diesem Fall wird auch die Mailadresse zur Überprüfung der Identität gespeichert und genutzt. Das Abo kann per Klick in der Mail gekündigt werden.
Weitere Informationen finden sich im Reiter oben.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Oha, da steckt viel Geschichte drin, finde ich immer spannend
AntwortenLöschenLG von der Maus