Klirrende Kälte - Schneeglitzern - strahlender Sonnenschein... So war das Wetter gestern. Kein Wunder also, dass Herr TAC und seine Schwester überlegten, heute Ski fahren zu gehen. Mit Töchterchen, so der Plan. Aber Sohnemann hatte mich schon die Woche mehrfach drauf angesprochen, dass er endlich Ski fahren lernen will. Die letzten beiden Winterurlaube war er krank, so das vor zwei Jahren Skischule komplett ausfiel ind im letzten Jahr nach nur einem Tag Schluss war. Also studieren wir die Homepage vom Skigebiet in Eibenstock und entscheiden, dass er mit kann.
Das war gestern gegen Mittag.
Am frühen Nachmittag kommt Töchterchen wieder weinend ins Wohnzimmer. Die Zahnschmerzen sind zurück. Wir waren am Vormittag bei der Zahnärztin. Töchterchen hat tatsächlich eine ordentliche Entzündung unterm Milchzahnrest. Der folgende Zahn schiebt, aber der Rest ist wohl verklemmt. Auf der anderen Seite ist der Rest schön grade, so dass er problemloser raus geschoben werden kann (der wackelt auch schon). Aber auf der Seite wird das nichts werden, so muss er von der Zahnärztin entfernt werden. Ihr wäre es allerdings lieber, die Entzündung klingt ab für die entsprechende Mini-OP. Deshalb hatte sie nur ein entzündungs- und schmerzlinderndes Mittel drauf gemacht und wir haben einen Termin für die Entfernung bekommen.
Also gabs am Nachmittag die nächste Schmerzmitteldosis fürs Töchterchen.
Am Abend plante Herr TAC mit seiner Schwester fleißig den heutigen Tag. Er probierte mit den Kindern die Skischuhe. Herr TAC hatte vor zwei oder drei Jahren ein Set gebraucht gekauft: Kinderskischuhe in zwei Doppelgrößen und einmal Kinderskier. Töchterchen passt noch in die größere Größe, Sohnemanns Füße sind inzwischen groß genug für die Kleineren. Das ist schonmal gut.
Nachdem die Kinder im Bett sind, holt er sich die Skier, um die Bindung schonmal für die kleineren Schuhe passend zu machen. Dabei fällt ihm auf, das irgendetwas nicht stimmt: Es sind zwei verschiedene Bindungen drauf, die um etwa 1cm versetzt sind. Töchterchen hat da wohl mal einen falschen erwischt in der Skischule. Ich erinnere mich zurück, dass sie die Skier scheinbar nie genau nebeneinander hatte im letzten Winterurlaub, also ist das wohl schon länger her. Und da sie damit gut zurecht kam, ist es anscheinend auch kein Problem.
Als ich ins Bett gehe, ist Töchterchen wach und weint. Zahnschmerzen. Also noch eine Tablette. Ich mag den Gedanken nicht, dass es das ganze Wochenende so weiter gehen soll, aber seit ich vor Jahren eine sehr hartnäckige Halsentzündung hatte, bei der mir mein Arzt eine hohe Dosis eines ganz normalen Schmerz- und entzündungshemmenden Präparates verschrieben hatte, dass ich dann auch über eine Woche nehmen musste, stehe ich dem nicht mehr ganz so skeptisch gegenüber. Allerdings bin ich eher dafür, am nächsten Morgen mit Töchterchen zu einem Zahnarzt zu gehen, als sie zum Skifahren zu lassen.
Heute morgen schaltet der Radiowecker 7.20 Uhr ein. Ich bin schon seit etwa zwei Stunden wach. Meine Hüften schmerzen beim Liegen auf der Seite und ich lausche ständig ins Kinderzimmer. Da ist aber alles ruhig.
Sohnemann ist gleich mit wach geworden und kommt freudig in unser Bett. Ich gehe aufs Klo und lasse dabei die Katzen in die Schlafräume, wo unser Kater erstmal Töchterchen wach quasselt. Kurz wärme ich mich nochmal unter der Bettdecke auf, dann starten wir in das straffe Morgenprogramm. Schließlich wollen die drei halb 9 los fahren.
Zwischen dem mich-selbst-anziehen suche ich Sohnemanns Skisocken und eine lange Unterhose heraus (passt gradeso noch, Memo an mich: größere Größe besorgen), sage Töchterchen, was sie anziehen soll, räume den Wäscheständer weg, dass wir die Unterbettboxen raus ziehen können, suche Skibrillen heraus... Nebenbei treibe ich permanent die Kinder an. Töchterchen hat derzeit keine Zahnschmerzen, ich gebe Herrn TAC trotzdem die Packung mit den Schmerztabletten. Sohnemann putzt seine Zähne und folgt dem Herrn TAC in die Küche. Ich binde Töchterchen einen Zopf, Zähne putzen soll sie erst nach dem Frühstück. Sie muss noch die Skisocken anziehen.
Ich gehe in die Küche. Auf dem Weg nach oben höre ich, wie Herr TAC Sohnemann auffordert, die Katzen zu füttern. Als ich in der Küche ankomme, quasselt Sohnemann vor sich hin. Ich übernehme das Näpfe füllen, Sohnemann soll die leeren von gestern aufheben und dann die vollen hin stellen, aber stattdessen geht er ins Wohnzimmer. Erst nach erneuter Aufforderung füttert er die Katzen. Somit sind die schonmal aus dem Weg. Töchterchen taucht in der Küche auf. Sie mault, dass sie keinen Tee trinken will. Sohnemann soll Tassen für die Kinder hin stellen. Alles ist chaotisch. Kurz nach 8 sitzen wir beim Frühstück.
Sohnemann ist als erstes fertig, ich schicke ihn ans Waschbecken. Er wäscht sich und setzt sich wieder an den Tisch, um noch Obst zu essen. Ich schicke ihn nochmal waschen, weil die Wange noch voller Honig und Krümel ist und sage ihm, er soll in den Spiegel schauen. Dann schicke ich ihn aufs Klo. Töchterchen spielt derweil mit dem Teebeutel. Es klingelt, Herr TAC´s Vater steht vor der Tür, er soll das Raclette holen. Mist, ich hab vergessen, dem Herrn TAC zu sagen, dass seine Mutter es braucht. Er steigt auf den Dachboden. Sohnemann brabbelt sinnlos vor sich hin, es geht mir heute dermaßen auf die Nerven. Ich schicke ihn runter und Töchterchen gleich hinterher, sie soll Zähne putzen. Dann räume ich den Tisch fertig ab. Herr TAC kommt nochmal in die Küche und trinkt seinen Kaffee aus, dann geht er das Auto beladen.
Als ich unten ankomme, steht Töchterchen in voller Montur im Bad, hat aber noch keine Zähne geputzt. Ich schimpfe, sie bricht in Tränen aus. Nur einmal wollte sie eher mit etwas sein, ist ihre Erklärung. Hach ja. Ich erkläre ihr, dass der zweiteilige Skianzug heute besser ist, weil sie da im warmen Auto die Jacke ausziehen kann... wiederwillig zieht sie den Einteiler wieder aus.
Sohnemann taucht auf, Skihose an, aber bauchfrei, da alle anderen Kleidungsstücke hoch geschoben sind. Ich sortiere erstmal die Schichten und sage ihm, er soll drauf achten, das ebenso zu machen. Dann suche ich etwas passendes für seinen Hals. (Ich muss dringend Mütze und Schal für ihn stricken, die Wolle ist ja schon hier). Herr TAC kommt dazu, ich drücke ihm alle drei Sturmhauben in die Hand. Er durchwühlt den Kasten nach seinen Handschuhen.
Als ich ins Bad komme, knetet Töchterchen die Zahnbürste. Hach ja... Schließlich putzt sie endlich doch ihre Zähne. An der Garderobe sortiere ich erneut Sohnemanns Kleidung, diesmal Schal (zum zweiten Mal), Mütze und Jacke. Dann flitzt er nach draußen und Töchterchen erscheint an der Garderobe. Ich mache ihre Hose enger, dann zieht sie sich an. Wir diskutieren über die richtigen Handschuhe. Herr TAC kommt zurück, um noch einige Dinge zu holen und sagt Töchterchen, sie solle die Schuhe mitbringen. Ich frage noch zweimal nach, was er gesagt hat, weil ich es augenblicklich wieder vergesse. Töchterchen entscheidet sich schließlich doch für die neuen Handschuhe. Wir diskutieren über das Schließen ihrer Stiefel... dann drücke ich ihr eine Decke und die Handschuhe in die Hand. Sie greift die Skischuhe und sagt, dass es die falschen sind (die kleineren). Das ist ja jetzt egal, sie soll sie ja nur mit zum Auto tragen. Nochmal weise ich sie drauf hin, dass sie die Stiefel zu machen sollte, sie bleibt in der Tür stehen. Ich schicke sie zum Auto, das kann sie ja in Ruhe auf der Fahr machen. Dann wünsche ich noch viel Spaß und schließe die Tür.
Puh... Ich bin k.o.
Es ist kurz nach halb 9.
Aber ehe ich mich ausruhen kann, beseitige ich die "Spur der Verwüstung auf der Suche nach den Skisachen".
Dann setze ich mich an den Rechner und schreibe diesen Eintrag.
Grüße aus dem Chaos von TAC
Samstag, 7. Januar 2017
2 Kommentare:
Zunächst einmal lese, freue und bedanke ich mich herzlich über jeden Kommentar.
Bezugnehmend auf die DSGVU muss ich auf folgendes hinweisen:
1. Mit jedem Kommentar werden die eingegebenen Daten und ggf. weitere Daten wie IP-Adresse an den Bloganbieter übermittelt und gespeichert.
2. Kommentare können jederzeit selbstständig durch den Ersteller oder durch mich (TAC) gelöscht werden.
3. Blogger ermöglicht, Folgekommentare zu abonnieren. In diesem Fall wird auch die Mailadresse zur Überprüfung der Identität gespeichert und genutzt. Das Abo kann per Klick in der Mail gekündigt werden.
Weitere Informationen finden sich im Reiter oben.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Hallo TAC,
AntwortenLöschenBei uns ist es zwar "nur" Schlittenfahren auf dem örtlichen Hang, aber das Chaos war ähnlich groß.
Über eine Stunde dauerte es bis der Mann mit den drei (mehr oder weniger) Großen das Haus verlassen hatte. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich das auch verbloggt.
Danke, dass du mir die Arbeit abgenommen hast.
Viele Grüße
Mama Maus
Ja, es geht den Mamas wie den Leuten ;)
AntwortenLöschen