An jedem Fünften des Monats fragt Frau Brüllen, "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" und viele Blogger antworten ihr. Ich bin wieder mit dabei.
Mein Tag beginnt irgendwann vor 5 Uhr mit Dauerstillen des Babymädchens und zwischendurch-Gequengel und streicheln und Nuckel geben... Gegen 5 schläft sie wieder, aber in meinem Kopf hat das Gedankenkarussell Fahrt aufgenommen. Ich beobachte, wie die digitalen Zahlen auf dem Radiowecker umschalten und stelle fest, dass sich das Licht davon in meiner Armbanduhr spiegelt. Kurz bevor der Wecker halb 6 einschaltet, sag ich dem Lieblingsehemann, dass ich aufstehe und er den Wecker ausschalten kann.
Leise schleiche ich mich raus, im Zimmer von Töchterchen schaltet deren Radiowecker gerade ein. Ich gehe aufs Klo und werde maunzend von der Katze begrüßt, die dringend raus will, dann vor der geöffneten Katzenklappe aber direkt wieder kehrt macht. Das Thermometer zeigt -0,5°C. Dann schaue ich nach Töchterchen, die eigentlich noch butzeln will, aber ich scheuche sie direkt aus dem Bett. Während sie sich anzieht, mache ich das Gleiche. Gut, dass ich meine Sachen gestern vorsichtshalber im Bad deponiert habe.
In der Küche mache ich Frühstück für die Große, die auch pünktlich auftaucht. Wir unterhalten uns, während sie Müsli isst, es ist ganz entspannt. Ohne zu Hetzen verlässt sie pünktlich das Haus.
Ich schalte das Babyfon ein und krieche auf dem Sofa unter die Decke. Ich bin müde, aber zu aufgeregt, um zu schlafen oder irgendwas sinnvolles zu tun. Sohnemann geht heute ins Krankenhaus, nur zur Diagnostik, aber trotzdem...
Als die Glocken um 7 läuten, gehe ich Sohnemann wecken. Herr TAC kommt mir entgegen. Da das Baby noch schläft, hat er sich ebenfalls aus dem Schlafzimmer geschlichen und zieht sich im Bad an.
Sohnemann kuschelt auf meinem Schoß mit mir, will sich dann aber nicht anziehen. Das lass ich nicht durch gehen und beginne, ihn anzuziehen, wie ein Baby. Das will er nicht und so ist er dann doch schnell fertig.
Wieder in der Küche mache ich Frühstück für uns drei. Als wir fertig sind mit essen, meldet sich das Baby. Der Papa holt sie aus dem Bett und zieht sie an, während ich Sohnemanns Koffer fertig mache.
Als wir alle fertig sind, haben wir noch ein bischen Zeit, bis wir los fahren müssen. Meine Aufregung zwingt mich, etwas zu tun, so mache ich die Betten, sammle Wäsche ein, sortiere sie und stelle eine WaMa-Ladung mit Zeitschalter an.
Dann fahren wir los. Im KH können wir Sohnemann direkt anmelden. Die Dame ist sehr nett und lässt Sohnemann den Datumsstempel ausprobieren, der dank seiner Einstellrädchen sein Interesse geweckt hat.
Weiter gehts auf die Kinderstation. Die Schwester nimmt uns gleich mit ins Sprechzimmer, wo sie mit dem Papierkram beginnt und dann Sohnemanns Maße nimmt: 1,22m und 19,8kg. Die Ärztin kommt dazu und nimmt uns mit zum Aufnahmegespräch, Sohnemann bleibt in der Obhut der Schwester mit dem Hinweis, dass Mama und Papa jetzt eine ganze Weile Papierkram zu machen haben.
Das Gespräch dauert lange, das Babymädchen wird quengelig. So geht der Papa mit ihr raus. Später treffe ich die beiden auf dem Gang, die Kleine schläfrig an den Papa gelehnt. Aber als ich sie leise frage, ob sie zu mir will, streckt sie mir sofort ihre Ärmchen entgegen. Zurück auf der Kinderstation sitzt Sohnemann gerade mit seinem etwas jüngeren Zimmerkollegen am Tisch und isst Mittag, Knödel mit Gulasch. Es ist inzwischen schon 11 Uhr. Die Schwestern zeigen uns sein Zimmer. Bett, Schrank und Regal im Bad sind farbig markiert, er hat rot. Der Papa holt den Koffer aus dem Auto und übernimmt das Baby, so kann ich auspacken. Inzwischen ist Sohnemanns Zimmerkollege fertig mit essen, bringt ein Brettspiel und erklärt uns die Regeln der Station. "In der Mittagsruhe dürfen wir leise im Zimmer ein Spiel spielen."
Ich zeige Sohnemann seine Sachen im Schrank und im Bad, dann verabschieden wir uns. Sohnemann lacht und verschwindet dann zusammen mit dem Zimmerkollegen und einer Schwester. Die beiden wollen ihm das Krankenhaus zeigen.
Wir gehen ohne ihn zum Auto zurück. Seltsames Gefühl.
Auf der Rückfahrt erzähle ich dem Herrn TAC, was ich mir vom Aufnahmegespräch noch gemerkt hab und er berichtet, dass Sohnemann bereits mit der Pädagogin spazieren war. Das Babymädchen schläft derweil.
Zu Hause sammelt der Lieblingsehemann seine Sachen zusammen, schmiert sich schnell ein Brot und fährt zur Arbeit. Ich beschließe, das Baby gleich ins Bett zu legen. Es ist halb 1, lange nach ihrer eigentlichen Mittagsruhezeit. Sie ist auch müde, aber kommt nicht zur Ruhe. Ich bleibe lange bei ihr, dann muss ich aufs Klo und gehe raus unter Protest von ihr. Aber nützt ja nix. Wieder bei ihr stillen wir nochmal und endlich schläft sie ein. Ich schleiche mich raus und wärme mir ein paar Nudeln vom Wochenende auf. Während ich esse, schaue ich nach Mails und durch meine Leseliste. Dabei entdecke ich Frau Brüllens Aufruf. Stimmt ja, heute ist der 5. März. Zum Tippen bin ich zu müde, so schalte ich den Rechner aus und lege mich aufs Sofa. Da fällt mir ein, dass mein Handy noch in der Handtasche ist. Aufstehen, holen, wieder aufs Sofa. Töchterchen hat geschrieben, die Schulbibo hat heute zu. Tatsächlich ist sie gerade zur Haustür rein gekommen. Wir unterhalten uns über ihren Tag, dann überfällt sie die Vorräte (1 Müsliriegel und 2 gekochte Kartoffeln von gestern) und verzieht sich in ihr Zimmer.
Ich schlafe fast augenblicklich ein, bis das Telefon mich unsaft weckt. Es ist eine Freundin von Töchterchen, der ich sage, dass Töchterchen zurück ruft.
Eigentlich bin ich immer noch müde, aber das Gedankenkarussell um Sohnemann hat wieder begonnen. Etwas später meldet sich das Baby. Ich hole sie aus dem Bett und ziehe sie an. Zusammen mit Töchterchen gehen wir raus. Es ist angenehm mild und sonnig draußen. Die Luft riecht förmlich nach Frühling und die Vögel jubilieren und zwitschern was das Zeug hält.
Töchterchen hat sich mit der Freundin verabredet und nimmt einen anderen Weg. Das Babymädchen und ich laufen eine kleine Runde um den Teich. Der Wind ist kalt, ich setze Mütze und Kapuze auf, obwohl die Sonne bereits wärmt.
Kaum zu glauben, dass wir gestern an dieser Stelle auf dem Eis waren. Heute ist es sichtlich matschig und nicht mehr sicher.
Im Herbst war hier ein Baum ungestürzt. Inzwischen wurde aufgeräumt und der "Krater" wieder geschlossen.
Ich nehme das Baby aus dem Wagen und wir schauen uns die Baumstümpfe aus der Nähe an. Kurzer Stopp auf dem Spielplatz: Das Babymädchen darf schaukeln und lacht. Dann Zwischenstopp beim Discounter und Bäcker. Zu Hause bleiben wir noch ein paar Minuten im Garten in der Hoffnung, der Papa kommt gleich. Tut er aber nicht. Mir wird kalt, so gehen wir rein. Ich mache mir schnell eine Tasse Kaffee, das Babymädchen stillt.
Dann albern wir herum und rufen die Oma an. Töchterchen kommt nach Hause, kurz danach der Herr TAC.
Nach dem Abendessen geht er zum Elternabend von Sohnemann.
Ich erledige den Abwasch und bringe das Babymädchen ins Bett. Sie braucht eine halbe Stunde bis sie schläft.
Töchterchen sitzt in ihrem Zimmer an den Hausaufgaben ("Mama, die gehn schnell" hieß es am Nachmittag). Ich setze mich an den Rechner und tippe den Eintrag hier. Herr TAC kommt nach Hause, erzählt mir kurz vom Elternabend (nix wirklich Neues) und setzt sich vor den Fernseher. Dort werde ich ihm jetzt gleich Gesellschaft leisten und sicher bald schlafen gehen.
Tagebuchgrüße von TAC
Rückblick:
5. März 2017
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