Bei den beiden älteren Kindern hab ich es etwas versäumt, mitzuschreiben. Also Kindermund nicht, da steht auch so einiges hier im Blog, oder in meinem alten Kalendern. Ich hab eher vergessen, die bemerkenswerten Fortschritte in der Sprachentwicklung meiner Kinder mitzuschreiben.
Wir reden in der Familie sehr viel. Und bereits in meiner Abizeitung steht, dass ich unendlich quasseln konnte. So wundert es mich nicht, dass unsere Kinder alle drei früh gesprochen haben und schon bald einen größeren Wortschatz als Gleichaltrige hatten.
Nur die Einzelheiten fehlen mir.
So weiß ich zwar noch, dass die Große mit 2 Jahren einen grammatisch korrekten Satz mit 12 Wörtern gebildet hat, aber wie der im Einzelnen hieß, hab ich vergessen. Dafür konnte sie weder Hüpfen, noch rennen, geschweige denn das Klettergerüst ohne Hilfe bewältigen oder sich auf der Schaukel anschubsen. Eine Gleichaltrige dagegen konnte das alles, sie rannte über den Spielplatz, kletterte, rutschte und schaukelte alleine. Ihre Kommunikation mit dem Vater beschränkte sich dagegen auf "Papa, da". In diesem Alter ist das Spektrum groß und ich bin sehr froh, dass die Kinder da noch individuell sein dürfen.
Mein Mann und ich sind in der DDR aufgewachsen, die Gleichmacherei und Gehirnwäsche begann etwa im Alter von einem Jahr in der Kinderkrippe. Alle sollten zum gleichen Zeitpunkt ungefähr das Gleiche können, was ja durchaus praktisch ist für Erzieher und Lehrer. Vor allem vor dem Gesichtspunkt, dass jede einzelne Beschäftigung im Kindergarten und jede einzelne Unterrichtsstunde in der Schule vorgegeben war, macht das durchaus Sinn. Denn Kinder abseits der Norm halten nur auf.
Aus Sicht der Kinder ist das nicht unbedingt gut gewesen. Ich kann mich noch erinnern, wie langweilig ich die "Beschäftigung" fand, wo wir auf einer Tafel "3 rote Dreiecke" legen sollten (das war im Kindergartenalter, so mit 4-5 Jahren). Das konnte ich schon lange, aber viele andere eben noch nicht. So musste die Erzieherin bei jedem einzelnen Kind kontrollieren und helfen. Alle anderen musste warten. Reden durften wir nicht, das gab Ärger. Und still sitzen mussten wir, das hatten wir ab Krippeneintritt beispielsweise auf der Töpfchenbank gelernt und geübt.
Eine andere Erinnerung hab ich auch noch. Ich wollte unbedingt schreiben. Meine Mutter zeigte mir, wie mein Vorname geschrieben wird aber mehr nicht mit der Begründung, ich würde das in der Schule lernen und wenn ich das schon vorher könnte, würde ich mich da langweilen. Und im Grunde hatte sie Recht. Ich hab mich am Anfang in der Schule gelangweilt, weil erstmal das Wissen aus dem Kindergarten wiederholt und abgefragt wurde.
Zurück zu meinen Kindern.
Sohnemann konnte mit 2 bereits Schlüsse ziehen. Ich weiß noch, dass ich damals gestaunt habe. Er hatte einen beobachteten Sachverhalt auf einen ihm unbekannten übertragen. Leider hab ich mir auch da nichts dazu aufgeschrieben. Ich dachte, das ist so erstaunlich, das werde ich mir sicher merken. Tja.
Wir haben wegen einigen Auffälligkeiten bei Sohnemann in den letzten beiden Jahren viele Termine gehabt. Und sehr häufig kamen Fragen zu seiner frühen Kindheit, zur Kleinkindzeit. Wann konnte er... laufen, sitzen, erste Wörter sprechen... Das sind so Dinge, die man noch einigermaßen weiß. Aber konkrete Einzelheiten habe ich einfach vergessen.
Jetzt bei der Jüngsten beobachte ich viel genauer. Ich sauge Momente auf, schaue zu und schreibe auf. Weil ich weiß, wie vergesslich ich bin, wie schnell diese besondere Zeit verfliegt und dass ich manches einfach fest halten möchte für später. Für eventuelle Fragen. Für die Zeit, wo die Kinder wissen wollen, wie das eigentlich bei ihnen war.
Und deshalb möchte ich hier immer mal kleine Gespräche mit der Jüngsten aufschreiben, zum Festhalten, zum dran erinnern und für alle, die Freude haben, das zu lesen.
Vor einiger Zeit:
Kleintöchterchen: "Is Mädsen."
Einige Tage später: "Is Mädsen. Mama auch Mädsen."
Gestern fragte ich: "Ist Krümelchen eigentlich ein Mädchen oder ein Junge?"
Sie schaute mich entrüstet an und erklärte: "Püppi!"
Ich habe geduscht und später Haare gefönt. Als ich zurück komme erklärt die Kleine die Situation: "Mama dusst. Haare nass. Fehnt. Mama Haare nist nass."
Kurz vor ihrem 2. Geburtstag hatten wir die U7, das ist die mit dem mehrseitigen Fragebogen zur Sprachentwicklung. Frage: "Spricht ihr Kind schon 2-Wort-Sätze?"
Ja, zu dem Zeitpunkt war sie bei 4-Wort-Sätzen.
Leider hat sie mit der Kinderärztin kein einziges Wort gesprochen.
Von Außenstehenden höre ich aber häufiger, dass sie sehr deutlich spricht.
Und nun wirds Zeit, die kleine Quasselstrippe aus dem Bett zu holen ;)
Selbstredende Grüße von TAC
Donnerstag, 23. Mai 2019
Vom Vergessen und Erinnern - Gespräche mit der Jüngsten
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3 Kommentare:
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Meine Kinder lesen immer wieder gerne in meinen Kindermund-Mitschriften. Ein bisschen was zur Entwicklung und zum Gesagten habe ich aufgeschrieben. Im Rückblick betrachtet hätte es noch mehr sein können.... Ihr werdet Euch später dran freuen!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Valomea
Sehr niedlich, Haare nass... 😄
AntwortenLöschenKindermund ist was wunderbares. Bei den "Gesprächen" meine ich den aber nicht unbedingt. Da gehts mir hauptsächlich um Aussprache, Wortschatz, Verständnis und Sicht der Jüngsten auf Sachverhalte.
AntwortenLöschenDas Wort "trocken" ist halt noch zu schwer ;)