Donnerstag, 25. September 2025

Meine KW 38

Irgendwie muss ich ganz schön überlegen, was letzte Woche so los war. Die Wochentage waren gar nicht außergewöhnlich: Kindertermine, Kindertaxi, Tischtennismontag, Chorprobe... Ach ja, die war am Dienstag Abend in der kleinen Kirche im Nachbardorf, Vorbereitung für Sonntag... 
Irgendwann in der Woche entdecke ich Aramis auf der Garderobe. Seit dem liegt er häufiger mal da. 
Aber Katzen suchen sich ja gerne mal abenteuerliche Orte für ihre Nickerchen. 

Die Große hat das erste Mal Berufsschule. Sie fährt morgens mit dem Papa mit und kommt nach Schulschluss zu ihm ins Büro. Würde sie Öffis nutzen, käme sie später nach Hause als er, da wartet sie lieber im Büro, erledigt Schulaufgaben, beschäftigt sich... 

Am Freitag Abend hat der Herr TAC ehemalige Arbeitskollegen zu Besuch. Wir grillen, dann wird ein Feuerchen an gemacht und sie schwatzen bis nachts um 2. 
Ich verabschiede mich nach dem Grillen und gehe zum Lobpreis. Es ist eine sehr angenehme Zeit. Schade, dass nur so wenige Menschen da sind (3, die Musik gemacht haben und 3 "Besucher"). Aber Gott kommt es nicht darauf an, wie viele sich treffen, sondern ob man mit dem Herzen dabei ist. 
Wieder zu Hause geh ich recht schnell rein (die "Frierzeit" hat begonnen ;) räume den Geschirrspüler ein und gehe relativ früh ins Bett. 

Der Samstag beginnt mit Ausschlafen. An Wochentagen müssen wir halb 6 aufstehen, dass ist für Morgenmuffel viel zu früh. Es ist einfach nötig, Schlaf nachzuholen. Die Teenies bleiben bis mittags im Bett und die Große hat sich eine Erkältung eingesammelt, wegen der sie auch den Rest des Tages im Bett verbringt. 
Ich hab vergessen, Mittagessen zu planen. Herr TAC wünscht sich Nudeln mit Schinken-Käse-Soße. Geht klar, dafür haben wir alle Zutaten im Haus und alle mögen das. 
Was mir beim Kochen mal wieder auffällt: In der Packung sind immer 500g Nudeln. Je nach Hersteller sind die tatsächlichen Mengen am Ende aber immer anders. Von unseren Lieblingsspaghetti und auch von den Lieblingsspirelli bleiben meist 1-2 Portionen übrig. Diesmal wird alles alle. Wisst ihr, was ich meine? 
Nach dem Mittagessen laufe ich eine Runde. Puh... 30 Grad. Das hatte ich nicht beachtet, bin mit Jeans und langärmlig unterwegs... 
Also mach ich mich zu Hause frisch und zieh mich um, dünne luftige Hose, kurzärmlig. Dann laufen wir zum Hoffest. Auf dem Hof wohnen und arbeiten Kleintöchterchens Patenfamilie und Menschen mit Handycap. 
Die Jüngste kuschelt im Streichelgehege mit den Häschen, klettert auf Bierkästen (sie schafft 11), probiert Bogenschießen... Wir Erwachsenen schwatzen mit Bekannten. 
Es ist eine schöne Zeit, die echt schnell vorbei geht. 
Ich möchte euch gerne noch etwas über den "Lebenshof" erzählen: 
Gegen Ende des Hoffestes kommt J zu mir, sie wohnt und arbeitet auf dem Hof und ist so lieb und herzensgut. Sie zeigt stolz auf ihre leuchtgelbe Weste, auf der groß "Ordner" steht. 
Ich: "Du hast die Autos auf dem Parkplatz eingewiesen?" 
Sie nickt. 
Ich: "Die ganze Zeit?" (Das Hoffest ging von 12 bis 18 Uhr) 
Sie nickt wieder. 
Ich: "Na da hast du dir den Feierabend ja wirklich verdient." 
Sie: "Ja. Müde. Und Beine weh. Nis mehr stehn."
Hach. Ich mag J. Sie lächelt immer. Sie packt immer mit an, ihren Fähigkeiten entsprechend. Sie bleibt immer freundlich. 
Sie hat auf dem Hof eine eigene Wohnung, so viel Unterstützung wie sie braucht und darf trotzdem Dinge selbst entscheiden. 
Der "Lebenshof" ist einfach ein besonderer Ort. 

Wieder zu Hause findet man mich erstmal in der Küche, ich setze einen Hefeteig an. Zum ersten Mal probiere ich die Variante mit wenig Hefe (10g für ein Blech) und viel Zeit (1 Stunde im Zimmer, 10-12 im Kühlschrank, 1-2 Sunden akklimatisieren, dann mit den Händen auf dem Blech ausbreiten und nochmal 1-2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen, erst dann kommt der Belag drauf (Äpfel und Streusel) und er wird gebacken).
Die Nachbarn haben ein Feuerchen an, wir dürfen gerne dazu kommen und tun das auch. So klingt der Samstag gemütlich aus. 

Für den Sonntag Vormittag hab ich gut um den Hefeteig herum geplant ;) 
Duschen, Frühstück, Streusel machen, Äpfel vorbereiten, Gottesdienst - passt zeitlich alles.
Mittags duftet es ganz wunderbar nach Apfelkuchen.
Der darf nun in Ruhe auskühlen, wir gehen derweil zu den Schwiegereltern Mittag essen. Es gibt Reis, Lendchen (so oder überbacken mit Pilzen und Käse), Mischgemüse, Bohnensalat, Gurkensalat. 
Ich verabschiede mich direkt danach wieder, laufe nach Hause, mache misch frisch, zieh mich um und schneide den Apfelkuchen. 
Dann laufe ich zur Firma eines Chormitsängers, der den Kuchen und mich in seinem Auto mit zur Kirche nimmt. Ohne Kuchen wäre ich in 20 Minuten gelaufen, aber der trägt sich doch etwas sperrig. 
Wir singen uns ein und üben für das Konzert. Die Kirche wird 200 Jahre und heute ist auch Erntedank. Auf der Empore gibt es nur eine Reihe feste Bänke mit Armlehnen (Standard-Po-Breite von vor 200 Jahren ;) und dahinter bischen Platz für Stühle. Auf dem oberen Bild kann man die Platzverhältnisse so bischen erahnen. Auf der rechten Seite sitzt der Chor, links sind die Musiker. Auch das ist abenteuerlich. Die Notenständer stehen vor den festen Sitzen, die Musiker stehen dahinter (bzw. haben Stühle, wenn sie nicht dran sind). 
Es ist echt ein Abenteuer, dass alle sich sehen und hören... 
Nach der Probe haben wir Kaffeepause. Darauf hat der Kuchen gewartet... Er hat Gesellschaft bekommen von einem Pflaumenkuchen und einem Quarkkuchen mit Apfelfüllung. Alles, sehr lecker. 
Und dann ist der Gottesdienst/ das Konzert. Es klappt weitestgehend gut. Schade, dass nur wenige Besucher da sind. Ich hatte erwartet, dass dieses echt kleine Gotteshaus zu so einem Anlass aus allen Nähten platzt. 
Hinterher helf ich fix der Kantorin, die Taschen mit den Noten zum Auto zu tragen, sammle den restlichen Kuchen ein und nutze zusammen mit einer weiteren Mitsängerin das Mitsängertaxi. 
Zu Hause sitzt die Jüngste gerade in der Wanne, die anderen kruscheln vor sich hin. 
Ich friere ein paar Stücke des Kuchens ein und packe den Rest in eine Dose. 
Dann gibts Essen in Selbstbedienung, Haare fönen, Kinder in die Zimmer/ Betten scheuchen, Sofazeit. 
Ich bin platt und möchte jetzt bitte gerne ein Wochenende ;) 
Aber nein, der nächste Tag wird ein Montag sein und der Wecker unbarmherzig... 

Musikalische Apfelgrüße von TAC 

2 Kommentare:

  1. Lobpreisabende sind hier auch unglaublich unterschiedlich besucht. Keine Ahnung, an was das liegt.
    Die Deko für Erntedank ist toll!! Da kann ich nicht mithalten..
    Herzlichst
    yase

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    1. Mach dir nix draus, ich hab auch kein Händchen für Deko. Das waren andere, ich kann nur gut bewundern ;)
      Wenn ich versuche zu dekorieren, sieht es aus wie "vergessen, weg zu räumen"...

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