Vermutlich denkt jeder sofort, das wäre eine blöde Frage. Natürlich putzt man, dass es ordentlich aussieht.
Klar, das stimmt ja auch, aber zwei Stunden putzen für fünf Minuten vorzeigbare Ordnung?
Gestern hab ich den Nachmittag genutzt, um Küche und Treppenhaus zu wischen. Sohnemann war mit Oma spazieren und Töchterchen wartete im Sandkasten auf ihre Freundin. Wischen ist immer so eine Sache... Wasser zieht Kinder magisch an und selbst, wenn es nicht der Eimer an sich ist, kriegt es Sohnemann in der Regel hin, nasser als der Boden zu sein. Grund für mich also, möglichst nur dann zu wischen, wenn er nicht in der Nähe ist.
Allerdings gibts hier ja noch zwei Katzen, die bevorzugt genau dann mit Matschepfötchen durchs Haus laufen, wenn ich gewischt habe.
Gestern also hab ich gewischt. Küche und Treppenhaus.
Heute morgen hatte eine Katze das Katzenklo benutzt. Das steht unten im Treppenhaus unter einem Regal. Normalerweise erledigen sie ihre Geschäfte beim momentanen Wetter ja draußen... Tja, was soll ich sagen, Teile des großen Geschäfts vermischt mit Katzenstreu lagen ums Katzenklo herum. Außerdem hatte sich Katze wohl den Po abgewischt... am frisch gewischen Fußboden versteht sich. (Aber immer noch besser als an der Auslegware.)
Töchterchen kippte dann heute morgen den Sand aus ihrem Schuh, eh sie ihn anzog. Natürlich mitten ins Treppenhaus.
Und als wir heute morgen den Vorratsschrank in der Küche ausgeräumt, sauber gemacht und wieder einsortiert haben, entwickelte Sohnemann reges Interesse am Puderzuckerstreuer. Nun rate doch mal, wo er ihn getestet hat?
Entgegen meiner oben beschriebenen Gewohnheit, nur ohne Sohnemann zu wischen, hab ich heute morgen genau das getan, in Bad und kleinem Flur. (Sohnemann kippte derweil die volle Kehrschaufel irgendwohin, habs bisher nicht gefunden)
Als wir zum Mittagsschlaf durch den kleinen Flur liefen, waren da Vogelfedern. Seltsamerweise fehlt vom zugehörigen Vogel jede Spur. Also hab ich nochmal den Staubsauger geholt und den wenige Stunden zuvor gewischten Raum wieder gesaugt.
Solche Beispiele könnte ich noch viele aufzählen. Vorige Woche hatten wir beispielsweise am Vormittag das Wohnzimmer gesaugt und kurze Zeit später hatte Sohnemann die Konfetti aus dem Locher gestreut.
Oder das frisch aufgeräumte Wohnzimmer wird binnen weniger Minuten zum Schlachtfeld dank zweier Kinder...
Also, warum putze ich überhaupt noch? Meine Antwort: Beschäftigungstherapie und Beruhigen des schlechten Gewissens.
Hinterher schreibe ich mir auf, was ich gemacht habe, denn Papier ist geduldig... Und: Es zeigt meine Erfolge auch noch, wenn sie in Wirklichkeit scheinbar nie da gewesen sind.
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