Jutta von siebenVORsieben hat dazu aufgerufen, von der Hochzeit zu berichten, was man erzählen mag. Ich hab Lust, dabei zu sein. Bei ihr könnt ihr auch Links zu kleinen Geschichten und Anekdoten der anderen Teilnehmerinnen finden.
Geheiratet haben wir im Juli 2006. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon sehr lange zusammen, 12 Jahre. Wir galten schon lange als altes Ehepaar und alle warteten auf die Hochzeit. Vermutlich wäre es noch lange so geblieben, wenn sich da nicht still und heimlich jemand in meinen Bauch geschlichen hätte. Töchterchen war der Auslöser, um doch endlich zu heiraten, denn ich wollte nicht unverheiratet ein Baby bekommen. Wenigstens standesamtlich sollte es sein, doch Herr TAC meinte, "Entweder ganz oder gar nicht." Also suchten wir einen Termin, an dem alles passt (Kirche, Pastorin, Standesamt, Gaststätte) und siehe da, wir fanden sehr schnell. Drei Monate hatten wir für die Vorbereitungen.
Mein Wunsch war schon immer, in einem Samtkleid nach meinen Vorstellungen zu heiraten. Glücklicherweise kannte ich J., die für den Theaterverein nähte. Sie war bereit, mit mir das Thema "Hochzeitskleid" anzugehen. Meine Mutter war etwas enttäuscht, dass sie nicht mit mir in ein Brautmodengeschäft gehen konnte.
Ich weiß noch, wie ich zu einer Anprobe kam: Mein Kleid hing auf der Schneiderpuppe, die auf meine Maße eingestellt war. Es war schon weit fortgeschritten, an diesem Tag wollten wir uns über die Ärmel abstimmen. Plötzlich entdeckte J. gelbe Flecken auf dem Samtrock. Für einen Moment waren wir ratlos, dann brüllte sie: "Dieser dämliche Kater!"
Der samtpfotige Herr des Hauses hatte sich in die Nähstube geschlichen, mein Kleid für gut befunden und es zum Inventar seines Reviers gemacht. Inzwischen können wir darüber herzlich lachen.
Ich habe kein geeignetes Foto von damals auf dem Rechner, aber da ich mein Brautkleid jedes Jahr am Hochzeitstag anziehe, zeige ich euch ein Foto vom letzten Jahr:
Mein Kleid hat einen langen weit schwingenden Samtrock und ein Oberteil aus Seide, mit Perlenblümchen am Ausschnitt und an den Ärmeln bestickt. Es ist leicht mittelalterlich angehaucht vom Schnitt her. Am Tag der Hochzeit trug ich einen Reifrock darunter, den ich im Theaterverein ausgeborgt hatte. Und ich trug den Schleier meiner Mutter, der 2m lang war. Das war mein Wunsch, den sie mir gerne erfüllt hat. Als ich am Morgen zum Haare machen und Schleier stecken bei meiner Friseurin war, hatte ich den Schleier nicht gebügelt. Meine Mutter, die auch da war, nahm ihn mit, bügelte ihn und brachte ihn wieder, um sich dann selbst mit Verspätung die Haare machen zu lassen.
Meine Haare waren gelockt, teilweise hoch gesteckt und mit fast 50 Haarnadeln "festgetackert". (Ich war froh, als mir am Abend der Schleier samt Haarnadeln abgenommen und durch die Schlafhaube ersetzt wurde).
Übrigens hatten wir am Tag der Hochzeit mehr als 30°C. Nach der Kirche wurden wir mit Reis beworfen, ein paar Krümel davon landeten im Ausschnitt. Ich sage immer scherzhaft "Am Abend war der Reis gar und gesalzen". Trotzdem hätte ich nie ein anderes Kleid gewollt.
Meine Mutter erzählte später mal, dass sie Panik hatte, wie mein Kleid denn werden würde, da meine Erzählungen nach den Anproben für sie so wirr und chaotisch klangen.
Na gut, ich zeig euch doch noch eines...
Die Fotografen waren fast alle ausgebucht. Deshalb mussten wir einen nehmen, der keinen rechten Blick für Details und keine guten Ideen für Motive hatte. Meine Haare hingen im Ausschnitt und auf einigen Fotos ist Herr TAC´s Gesicht komplett im Schatten. Aber naja...
Es war trotzdem eine wunderschöne Hochzeit - meine absolute Traumhochzeit.
Freitag, 8. Mai 2015
4 Kommentare:
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Oh wie schön, du hast mitgemacht!
AntwortenLöschenIch finde es so interessant die unterschiedlichen Vorstellungen, die jeder so mit seiner Hochzeit verbindet, kennen zu lernen. Weißen Samt finde ich zum Beispiel sehr außergewöhnlich. Du warst auf alle Fälle eine zauberhafte Braut (bzw. bis es jedes Jahr wieder ;-))
Der Spruch mit dem Reis ist klasse und ich war übrigens auch schon ewig vorher mit meinem Mann zuusammen.
Liebe Grüße und Danke fürs Mitmachen
Jutta
Hab ich gerne gemacht, die Idee ist toll.
AntwortenLöschenWow! Das Kleid ist wirklich ein Traum!!!! Wunderschön! Und tausend Dank für deine Geschichte. Hochzeitsgeschichten sind einfach das Allerbeste!!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße... Michaela :-)
Schön, dass du her gefunden hast und vielen Dank ;) Ich liebe mein Kleid und werd es auch nicht umnutzen (obwohl wir es so geplant hatten, dass wir es auseinander nehmen können und ich es ggf. gefärbt einzeln tragen kann)
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