Diese Woche ging es auf unserer Straße zügig voran. Da alle Leitungen eingebracht und in Betrieb genommen, sowie Übergangslösungen abgebaut sind und nun endlich auch die Hygiene zufrieden ist, wurde die obere Matsch-Schicht wieder abgebaggert und Frostschutz aufgebracht. Das ist der Untergrund, der derzeit gut 20cm tiefer liegt als die alte Straße, die Ende der 70er Jahre damals einfach aufgeteert wurde. Also im Grunde ist es jetzt das ursprüngliche Straßenniveau. Damals hatte mein Vater gerade das Fundament des Hauses Schritt für Schritt trocken gelegt und eine Sperrschicht aus Teer und Folie entsprechend den damaligen Bau-Erkenntnissen auf- bzw. eingebracht. Diese lag nach dem Aufteeren unter der Straße, so dass es in unser Haus hinein eine Stufe nach unten gab und die Außenwände zur Straße hin doch immer wieder feucht wurden. Begeistert waren die Anwohner damals nicht, haben aber - zwangsweise - ihre Einfahrten und Hauseingänge den neuen Gegebenheiten angepasst.
Auf dem Frostschutz-Untergrund wird nun - ab nächster Woche? - die Straße neu aufgebaut und abschließend gepflastert. Pflaster sieht wirklich gut aus, aber es ist unpraktischer (z.B. beim Schneeschippen im Winter) und lauter, wenn Autos fahren. Die Kinder sind dagegen, weil sie keine Kreide-Malfläche mehr haben und auch Inlineskaten nicht geht.
Keiner der Anwohner wollte eine Pfllasterstraße, aber wir wurden nicht gefragt. Abgelehnt wurde auch die Frage danach, ob die Straße wieder auf ihr ursprüngliches Niveau angepasst wird mit der Begründung, alle Anwohner hätten sich dem aktuellen Straßenniveau angepasst.
Soweit der Stand.
Vorgestern dann sprach mich unser Lieblingbauarbeiter (er hat uns immer mit Infos versorgt, sofern er selbst welche hatte und war auch seit Baubeginn fast immer da) an. Er hatte Metallstäbe eingehämmert und daran gelb das neue Straßenniveau laut Schreibtisch-Planungen markiert.
Man kann es vermutlich nur schlecht erkennen, aber die gelbe Markierung vor unserer Haustür liegt rund 15cm oberhalb unserer Türschwelle. Mit dem Gedanken, dass unsere Tür insgesamt nur rund 2m hoch ist, wir dann eine weitere Stufe runter müssten,und die Straßenentwässerung (Regenablauf) mit der Straßenführung, also parallel zu unserem Haus verlaufen sollte, ist diese Planung einfach nur absurd. Bereits vor dem Bauen hatten wir Probleme damit, dass bei starkem Regen Wasser eindrang. Das würde nun noch verstärkt.
Zum Glück haben wir einen mitdenkenden Lieblingsbauarbeiter, der selbst alles nochmal neu plante. Sein Entwurf sieht vor, dass an der Häuserfront quer zur Straße, also weg von den Häusern entwässert wird, indem ein entsprechendes Gefälle beachtet wird. Auch hat er die Gosse auf die andere Seite geplant, wo es vor dem Bau auch schon eine gab (wo der Metallstab steckt).
In diesem Zuge muss zwar unsere Einfahrt neu angepasst werden, aber da das "nur" Wabenplatten sind, ist das ganz leicht. Direkt vor unserer Haustür wird die neue Straße genau das alte Niveau haben.
Am Mittwoch dann war Baubesprechung. Mit Bürgermeister und insgesamt rund 10 Personen, die wichtig herum standen, hier und da begutachteten und viele Reden schwangen. Herr TAC war extra eher von Arbeit heim gekommen (er hatte sich Arbeit mit nach Hause gebracht, so dass er trotzdem einen vollen Arbeitstag hatte). Und soweit wir mitbekommen haben, wird die neue Planung umgesetzt. Außerdem konnte der Herr TAC klären, was mit diesem Fleckchen wird:
Es gehört der Stadt und da wir wissen, was an Nebenkosten fällig wird, wenn der einfache Bürger es kauft (da ist der eigentliche Kaufpreis das geringste Übel, der würde für dieses Fitzelchen bei weniger als 30 Euro liegen), stand für uns ein Kauf nie zur Debatte. Überraschenderweise meinte der Bürgermeister kurzerhand: "Das schenk ich Ihnen, ziehen Sie einfach den Zaun gerade rüber!"
Hach, es geschehen noch Wunder *g*
In diesem Sinne, wundersame Grüße von TAC
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