Wie immer fragt Frau Brüllen am Monatsfünften: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?"
10 vor 6 weckt der Radiowecker. Ich stehe zuerst auf, geh aufs Klo und schau nach Sohnemann. Bundesnotbremsenbedingt haben Schulen und Kindergärten zu bis auf die Ausnahmen. Und Sohnemanns Förderschule zählt wegen der kleinen Klassen (sie sind nur noch 5 Schüler) dazu. Er ist noch müde.
Ich auch. Und arbeiten muss ich heute nicht, also leg ich mich nochmal in mein Bett und lausche um 6 den Nachrichten. Ich will später duschen, also werfe ich nur den Bademantel über und gehe in die Küche, Frühstück machen. Herr TAC kommt dazu und kurz nach ihm auch die Jüngste. Sie scheint so einen leichten Schlaf zu haben wie ich, sobald sie was hört, steht sie auf. Und Sohnemann kann man für gewöhnlich auch nicht überhören.
10 Minuten später sitzen wir zu viert am Tisch. Die Große schläft noch, um sie zu wecken muss es sehr viel lauter sein.
Halb 7 wurde Sohnemann mit dem Bustaxi geholt. Herr TAC ist zum Rasieren im Bad.
Ich drehe die erste Runde durchs Haus, Schmutzwäsche einsammeln. Die Große blinzelt mich an, ich sage Guten Morgen und sie antwortet auch. 4 Stunden später wird sie das allerdings nicht mehr wissen.
So früh bin ich noch nicht voll funktionsfähig. Also erstmal noch eine Runde aufs Sofa. Da sind schon die Jüngste und der Papa, der sich nun aber verabschiedet und ins Büro fährt. Die Jüngste kommt zu mir, wir kuscheln uns noch ein bischen unter die Decke, und spielen Tablet.
Als sie zu unruhig wird, scheuche ich sie zum Anziehen in ihr Zimmer und gehe selbst duschen. Zum Trocknen setze ich mich dann nochmal aufs Sofa und schreibe endlich den WiB-Eintrag, da hatte ich bisher keine Lust. Die Jüngste ist derweil ins Spielen gekommen, ich höre sie in ihrem Zimmer kruscheln und mit der Toniebox mitsingen.
Ups, inzwischen ist es nach 9. Meine Haare sind soweit trocken, dass ich was anziehen kann, ohne einen nassen Rücken zu bekommen. Also tu ich das auch. Und wo ich schonmal im Schlafzimmer bin, mach ich gleich noch die Betten. Im Wohnzimmer räume ich den Tisch ab und lege die trockene Wäsche von vor paar Tagen. Die WaMa ist fertig, ich starte sie neu und verteile den frischgewaschenen Inhalt auf Trockner und Wäscheständer. Zum Raus hängen ist mir das Wetter zu unbeständig, eine gute Entscheidung, wie der bald folgende Regenschauer zeigt.
Zeit für Kaffee und zweites Frühstück, die Jüngste wartet schon drauf. Da ruft die SchwieMu an. Wir quatschen länger als geplant, nun ist es schon 10, als es endlich Kaffee gibt.
Es folgen weitere Handgriffe wie Geschirrspüler aus/ ein, aufräumen... Die Jüngste ist wieder in ihr Zimmer verschwunden. Die Große taucht auf und wünscht "Guten Morgen!", da ist es schon 11. Sie hatte eine Videokonferenz, die sie fast verpasst hätte.
Gefühlt nur 5 Minuten später ist bereits Mittag. Ups, was essen wir denn heute? Ich inspiziere Schränke, Kühlschrank und Tiefkühler. Es sind keine dringend zu verbrauchenden Reste da. Okay, dann gibts heute TK-Pizza, die ich mit zusätzlichen Tomaten, Erbsen und Käse pimpe. Während der Backofen "kocht", schreibe ich Einkaufszettel für morgen früh. Sohnemann hat am Freitag Geburtstag, er durfte sich Essen wünschen: Maulwurfkuchen, Sandwiches am Abend (das ist sehr praktisch, wenn Gäste coronabedingt nur kleckerweise kommen können), am Samstag Nudelauflauf und am Sonntag Schnitzel. Damit sind alle seine Lieblingsessen abgedeckt. Passt.
Essenszeit. Kaum sitzen wir am Tisch, kommt auch Sohnemann von der Schule. Er setzt sich dazu und will auch Pizza. Bei ihm gabs Bohneneintopf (den er nicht mag) und Wackelpudding (der alleine aber nicht satt macht). Ein Stück erlaube ich ihm.
Mittagspause. Ich nicke auf dem Sofa, die Jüngste schläft in ihrem Bett, die anderen beiden sind in ihren Zimmern.
Kurz vor 3 strahlt draußen die Sonne, keine 10 Minuten später ist es dunkel, ein Wolkenbruch geht runter, Tropfen klatschen peitschend an die Fenster... Wieder 10 Minuten später ist der Spuk vorbei und die Sonne strahlt wieder. Verrücktes Wetter.
Ich fahre Sohnemann schnell zur Ergo und unterschreibe. Paar Worte mit der Therapeutin, dann zurück nach Hause.
Dort hole ich die Jüngste aus dem Bett und wir gehen raus in den Garten. Kalte Windböen lassen mich frösteln, so hole ich mir eine dickere Jacke. Die Nachbarin kommt mit ihren beiden Mädchen vorbei, wir halten einen Schwatz über den Gartenzaun. Ihr gehts wie mir, unendlich genervt von der aktuellen Situation, Unverständnis gegenüber mancher Maßnahmen und die Befürchtung, dass es noch längst nicht dem Ende zu geht. Hach ja, mal wieder gemütlich zusammen sitzen, grillen oder Brettspiele spielen wünschen wir uns beide.
Ich erledige noch ein paar Handgriffe im Garten, dann kommt schon der Lieblingsehemann von Arbeit.
Kaffee!
Wir gehen wieder raus. Ich hole Brötchen beim Bäcker. Der Herr TAC setzt weiter Borte unterm Zaun. Die Jüngste übt Radfahren, ich laufe mit ihr mit.
Sohnemann ist wieder da und schaut heimlich fern.
Ich verpacke meine Wolle in Folietüten. Die Katze klaut neuerdings jedes Knäuel, das nicht sicher verstaut ist. Die Große formuliert sehr treffend: "Katzensicher heißt nicht Tiffany-sicher". In ihrem Zimmer holt die Katze die Wolle auch aus Boxen, die nicht ganz dicht schließen oder aus Schränken.
Die Große meint, ihr tun die Augen weh, hat sie wohl zu lange am Laptop gesessen.
Inzwischen ist schon Zeit fürs Abendbrot. Sohnemann deckt den Tisch, freiwillig und ohne Aufforderung. Da hat anscheinend jemand am Freitag Geburtstag...
Nach dem Essen gehts ins Abendprogramm über. Gegen 8 verschwinden die Kinder in ihre Zimmer/ Betten.
Sofazeit für uns. Ich schalte eine Quizzsendung an und daddle am Tablet. Momentan kann ich mich nichtmal zum Handarbeiten aufraffen. Eigentlich wollte ich den WMDEDGT-Eintrag noch schreiben, aber auch dazu hab ich keine Lust.
Kurz nach 10 geh ich ins Bett, Herr TAC folgt etwas später.
Tagebuchgrüße von TAC
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