Freitag, 3. August 2018

Der Countdown läuft...

... für dieses Haus.
Nächste Woche Donnerstag ziehen wir aus. Die letzte Woche hier im alten Haus ist angebrochen. Zumindest für uns Bewohner. Das Haus selbst bleibt noch, wir haben noch keinen Abrisstermin.
Seit meinem ersten - und bisher einzigen - Eintrag zum Hausbau hat sich viel getan. Oder wenig, je nachdem, wie man es betrachtet.
Ich beschreibe einfach mal, was so gelaufen ist, dann kann jeder selbst darüber urteilen, ob es wenig oder viel ist ;)

Zunächst mal haben wir das Haus geplant. Auf dem Papier. Unterstützt wurden wir dabei von einem, den ich hier als "Planer" bezeichnen werde. Er ist die ganze Zeit unser Ansprechpartner und wird - soweit ich das verstanden habe - der Baufirma regelmäßig auf die Finger schauen. Er hat sich unsere Wünsche angehört und zwei Hausentwürfe gemacht. Ein "kleines Haus" mit Wohnetage im Erdgeschoss und Schlafetage im Dachgeschoss und ein "großes Haus" mit Wirtschaftsetage, Wohnetage und Schlafetage, angelehnt an unser altes Haus. Im Gespräch hatte ich Dinge erwähnt, die ich auf keinen Fall will, die aber im kleinen Haus mit drinnen waren. Überhaupt entsprach das kleine Haus in keinster Weise unseren Wünschen und Bedürfnissen, so dass für uns nur das Große in Frage kam.
Die beiden Entwürfe gingen an Baufirmen, zwei Kostenschätzungen kamen zurück. Das wiederum kam zum Finanzberater mit dem Ergebnis, dass er uns davon überzeugen wollte, wir würden nur das kleine Haus finanzieren können. Das wiederum kam für uns nicht in Frage. Kompromisse ja, aber nicht ein vollkommen unpassendes Haus... Wir suchten nach Lösungen und fanden eine: Der Grundriss bleibt, aber alles auf einer etwas kleineren Grundfläche.
Erneute Berechnung durch die Baufirma, wir bekamen einen superguten Preis. Die Firma kommt aus der Region Leipzig und möchte gerne hier in der Region Fuß fassen. Dazu will sie zwei Häuser zum Sonderpreis bauen. Eines davon für uns.
Wieder zum Finanzberater, und siehe da, eine Bank gab grünes Licht.
Nachdem wir alle Kreditunterlagen unterschrieben und auch den Vertrag mit der Baufirma abgeschlossen hatten, dachten wir: Super, erster Meilenstein geschafft! Das war im Mai.
Denkste...
Die Bank zog zurück. Begründung:
Ein Hausneubau kostet eine bestimmte Menge Geld. Da wir ländlich wohnen, ist das neu gebaute Haus hinterher aber weniger wert, als es gekostet hat. Falls wir nicht zahlen können und das Haus an die Bank fällt, können sie es also nur für weniger verkaufen, als sie finanziert haben. Das Risiko ist der Bank zu groß. Würden wir das gleiche Haus beispielsweise in Chemnitz in guter Lage bauen, wäre es mehr wert als es kostet und die Bank hätte sofort mitgemacht.
Tja, Pech für uns.
Alles wieder auf Anfang.
Neue Bank: Eigentlich ja, aber das Einkommen ist zu niedrig.
Hm, ich suchte nach Arbeit, aber mit Bauchschmerzen, da sich unsere Jüngste noch nicht abgeben lässt. Zum Glück hat der Herr TAC einen wunderbaren Chef, der ihm eine kleine Gehaltserhöhung gab. Bank zufrieden, grünes Licht.
Endlich gehts voran, dachten wir.
Wieder denkste...
Diesmal lag es an einer Klausel, die die Baufirma gerne haben wollte. Sie hat wohl die Erfahrung gemacht, dass manche Bauherren das Kreditgeld lieber für Reisen und Autos ausgegeben haben, statt die Rechnungen der Baufirma zu bezahlen. So wollte sie unbedingt, dass die Bank das Geld direkt je nach Teilrechnung an die Baufirma zahlt. Das wiederum wollte die Bank eigentlich nicht, es wäre unüblich.
Die Einigung hat insgesamt etwa 4 Wochen gedauert, uns einmal umsonst zur Bank fahren beschert (die Bank hatte den Termin abgesagt, aber das war weder zu uns noch zum Finanzberater durchgedrungen) und kostet uns etwa einen Tausender mehr...
Weiterer Nachteil: Wir bekommen den Rest des Kredites erst, wenn die Baufirma alle Rechnungen bezahlt bekommen hat und das Haus an uns übergeben wurde (davon sollten unter anderem der Abriss und die Vorab-Rechnungen bezahlt werden, sowie das Material, das wir in Eigenleistung verbauen, also Tapeten, Farbe, Fußböden...).
Aber endlich, am 19. Juli 2018 haben wir alle Kreditunterlagen unterschrieben. Puh...

Der nächste Schritt folgte dann diese Woche: Wir waren bei der Notarin, weil eine Grundschuld aufs Grundstück eingetragen werden muss. Diese Rechnung hab ich heute bezahlt (Notarin müsste man sein...)
Nun hoffen wir, dass die Anträge rechtzeitig zur nächsten Stadtratsitzung (technischer Ausschuss) in zwei Wochen bei der Stadt sind und auf die Tagesordnung können, so dass es danach hoffentlich richtig los geht.

Einen weiteren Schritt hat der Herr TAC auch angestoßen: Vermessung... (Fragt nicht, was das schon wieder kostet...)
Außerdem warten wir auf den Termin beim Architekten.
Zur Vorbereitung darauf haben wir letzte Woche schonmal eine Küche ausgesucht. Hach, die wird so toll...

Ansonsten räume ich jeden Tag ein bischen. Viele Bücher sind schon ausgezogen, ebenso Wolle, einiges an Geschirr... Heute nachmittag fährt fast der gesamte Inhalt meines Kleiderschrankes mit zu meinen Eltern, wo wir während der Bauzeit wohnen werden. Da können wir bei diesen tropischen Temperaturen auch gleich baden gehen, meine Eltern haben einen Pool im Garten.

Warme Grüße von TAC

3 Kommentare:

  1. Das klingt nach einer Menge Bürokratie und Arbeit, ich erinnere mich noch gut, wir haben vor 20 Jahren gekauft, das war ähnlich. Ich drück die Daumen, das alles weitere problemlos klappt.

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  2. Puh, da bin ich aber froh, dass das Ganze bei uns recht flott über die Bühne ging.
    Inzwischen seid ihr aber bestimmt schon viel weiter.
    Liebe Grüße von Heike

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  3. Ja, wir sind schon ein Stück weiter. Dazu kommt demnächst mal wieder ein Extra-Eintrag.

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