Mittwoch, 3. Juli 2019

Eine Woche: Dienstag und Bautag 7

Auch heute beginnt unser Tag zu früh und mit Gebrüll der Jüngsten, die "andusseln" will. Noch ehe ich vom Klo zurück bin, ist Ruhe im Schlafzimmer.
Morgenprogramm wie immer, Kinder anstupsen, frühstücken, Äpfel schneiden, dem Auto hinterher winken.
Die Katze mauzt mich an, sie will mit rein. Darf sie. Ich gehe in Ruhe duschen, derweil vertilgt sie den Rest Trockenfutter und rollt sich dann auf dem Küchenstuhl bei meinen Eltern zum Schlafen zusammen.
Zum Trocknen setze ich mich aufs Sofa, mit Tablet. Da fällt mir ein, dass ich doch unbedingt mal wieder eine Woche ausgiebiger bloggen wollte. Es passt gut: Letzte Schulwoche vor den Sommerferien und noch einiges an Terminen liegt an. Also setze ich den Gedanken direkt um.
Kurz vor halb 9 beginnt die Jüngste zu erzählen und ich hole sie aus dem Bett. Tagfein machen, frühstücken bei meinen Eltern. Wir besprechen, was so anliegt.
Da ich heute nicht wasche, stellt meine Mutter eine Maschine an.
Dann geht sie mit einem Schlafanzug der Kleinen an die Nähmaschine. Der Anzug hat Größe 80 und fällt groß aus, sie trägt inzwischen 92. Der eine Fuß ist komplett durch und löchrig, nach 3 Kindern kann das schonmal passieren. So haben wir beschlossen, einen kurzen Schlafanzug draus zu machen, also Füße und Ärmelbündchen abschneiden, einsäumen, fertig. Passt.
Ich räume das Wohnzimmer auf und lege Wäsche von gestern. Die Kleine will malen. Später räume ich die Küche auf, wische Arbeitsflächen ab. Sie will helfen, dazu auf ihren Hocker steigen und fällt daneben. Nun ist erstmal trösten und kuscheln dran. Aber nur kurz. Dann will sie einen Lappen und Küchenschränke abwischen. Das geht so lange gut, bis sie den Lappen selbst im Becken eingetaucht hat, danach läuft das Wasser den Küchenschrank runter und bildet eine Pfütze auf dem Fußboden. Hach ja... Während ich das wieder aufwische, kommt meine Mutter vom Nähen, die Kleine folgt ihr. So nutze ich den kinderfreien Moment und sauge schnell noch durch. Staubsaugen kann Die Kleine nämlich gar nicht leiden, ist ihr zu laut.
Als ich fertig bin, sitzt die Kleine bei meiner Mutter am Tisch und isst "Gogock" (Joghurt). Dabei ist fast Mittag. Die Oma kann mädchen leicht um den Finger wickeln.
Zum Mittag brate ich uns eine Packung fertige russische Teigtaschen an. Hatte schonmal welche von einer anderen Firma, die waren echt lecker. Aber diese sind... naja. Die Kleine hat eh keinen großen Hunger.
Heute setze ich sie erst nochmal erfolgreich aufs Töpfchen, ehe ich sie ins Bett bringe.
Kurz Küche aufräumen, dann Sofazeit. Der Bus mit der großen Tochter fährt vorbei. Sie haben verkürzten Unterricht. Ich schaue aus dem Fenster. Die Tür ist offen, weil mein Vater draußen ist, so brauch ich nicht runter.
Nur kurz leistet sie mir im Wohnzimmer Gesellschaft, dann verschwindet sie in ihr Zimmer.
Gegen halb 2 packe ich Körbe, Stoffbeutel und Handtasche zusammen, bringe das Babyfon zur Großen und fahre los.
Erster Zwischenstopp am Haus. Nix im Briefkasten. Heute ist Bautag 7. Keiner auf der Baustelle zu sehen, aber neue Berge an Stellen, wo vorher keine waren. Ich mache schnell ein Foto für den Herrn TAC und schicke es ihm.
Weiter zur KiÄ. Ich brauche eine "quartalsaktuelle Überweisung". Zum Glück kann das die Sprechstundenhilfe direkt ausdrucken.
Über die Autobahn fahre ich nach Chemnitz ins Einkaufscenter. Fürs Zeugnis gibts immer eine Kleinigkeit und tatsächlich finde ich, was ich mir vorgestellt habe. Eigentlich braucht die Große noch luftige Sommerkleider oder eine kurze Hose, aber ich finde nix mit "perfekt" - Gedanke. Da werd ich sie wohl nochmal mitnehmen müssen. Ich selbst bräuchte mal einen neuen Badeanzug und ich hätte gerne eine dünne Hose aus luftigem Sommerstoff und mit krempelbaren Hosenbeinen. Zum lange suchen fehlt mir die Zeit und im Vorbeigehen finde ich nix passendes. Dann eben nicht.
Mit 2 gefüllten Beuteln und 2 Windelpäckchen esse ich noch fix eine Pizzazunge unter dem wachen Blick der ansässigen Spatzenmafia. Dann muss ich schon wieder weiter ziehen.
Nächstes Ziel ist das Büro vom Herrn TAC. Gemeinsam fahren wir zum SPZ, wo wir heute "Elternbegleitgespräch" mit Sohnemanns Psychologin haben. Es ist ein gutes Gespräch. Sie sagt, dass sich der Verdacht auf Asperger Autismus nicht bestätigt hat. Sohnemann trägt zwar Anzeichen in sich, die diesen Verdacht durchaus zulassen, doch hat er keine Probleme in manchen Situationen, in denen sich eine solche Störung bemerkbar machen würde. Außerdem steht sie dem Wunsch der Schule und unserem nach einem Schulbegleiter nicht ganz so im Weg, wie eine andere Ärztin. Sie bestärkt uns, den Weg weiter zu gehen, Sohnemann weiterhin so zu begleiten, wie wir es schon tun. Und sie gibt gute Tipps und Hinweise für unseren Alltag mit Sohnemann, die wir aber auch im Umgang mit der Großen nutzen können.
Ich habe lange überlegt, was ich hier auf dem Blog schreiben will zu unserem Weg mit Sohnemann. Im Umfeld gehe ich sehr offen mit unserer Situation um, weiß aber auch, dass man dadurch sehr angreifbar wird. Das fordert viel Kraft, die mir dann an anderer Stelle fehlt. Deshalb werde ich auch weiterhin hier auf dem Blog nicht ins Detail gehen. Nur so viel: Sohnemann verweigert seit dem 1. Schultag vor allem schriftliche Leistungen in der Schule und zu Hause (plus einige Auffälligkeiten im Verhalten, die sehr viel Kraft fordern). Seit über 2 Jahren suchen wir nach Ursachen und Hilfen. Und wir sind noch lange nicht am Ende mit der Suche. 2 Jahre im Leben eines 9jährigen sind eine unendlich lange Zeit, fast ein Fünftel seiner bisherigen Lebenszeit. Und ein Großteil der Zeit verging mit Warten auf Termine bei Fachärzten, da hinkt unser Gesundheitssystem gewaltig. (Ich bekam von "offizieller" Stelle ernsthaft den Hinweis, mich an einen Privatarzt zu wenden, da bekäme ich die Diagnose sofort. Eine "gekaufte" Diagnose sozusagen.)
Zurück zu unserem Tag.
Am Büro steige ich in mein Auto um. Herr TAC fährt zur Baustelle, ich fahre direkt zur Übergangswohnung. Sohnemann war am Nachmittag mit Opa im Freibad und wird gerade gebracht. Nur wenige Minuten später ist auch der Herr TAC zu Hause. Wir übernehmen die Kinder, dass meine Mutter auf Arbeit kann.
Schnell etwas essen, es ist bereits nach 7. Während alle noch am Tisch sitzen, starte ich schon wieder. Am Freitag hat unsere Kantorin Geburtstag. Wir wollen heute die Lieder fürs Geburtstagsständchen üben. Als ich ankomme, ist das erste schon fast durch. Zwei weitere singe ich mit. Dann besprechen wir noch kurz die Geschenke. Sie hat sich Pinwände gewünscht und wir beschließen, dass jeder ein Zettelchen schreibt, die wir an die Pinwände hängen wollen. Dazu gibts von jedem Chormitglied eine gelbe Kerze in verschiedenen Formen. Das ist auch ein Wunsch.
Schon gegen halb 9 bin ich wieder zu hause und plumpse aufs Sofa. War ein langer Tag, ich hab keine Lust mehr zu irgendwas. Bischen Fernsehen, bischen reden mit dem Lieblingsehemann, dann ab ins Bett.

Dienstagsgrüße von TAC

1 Kommentar:

  1. Da wünsche ich weiterhin viel Kraft und Geduld, ihr werdet den richtigen Weg schon finden....

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