Sonntag, 6. Juni 2021

WMDEDGT? im Juni 2021

Wie an jedem Monatsfünften fragt Frau Brüllen wieder: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" Alle Antwortenden versammeln sich bei ihr.

Unser Tag beginnt mit Ausschlafen. Am Freitag Abend hatten wir spontan gegrillt mit Freunden, da war es "etwas" später geworden.
Am Frühstückstisch sitzen wir tatsächlich zu fünft. 
Irgendwann erklärt die Jüngste, dass sie mal wieder dahin will, wo sie ihre "Viecher" her hat. Wir wissen nicht, was sie meint, da zeichnet sie was auf den Tisch und erklärt irgendwas von "Essen kaufen" und "gelb". Jetzt verstehe ich. Und zeige ihr ein Zeichen, das runde M. Herr TAC erinnert sich, dass das Zeichen aus einem Lied stammt. So singe ich mit den Bewegungen und stolpere über KFC. Wir müssen Lachen und kommen gedanklich zu dem Sketch aus Samstag Nacht. Vielleicht kennt die ein oder andere diese Sendung noch, wir haben die geliebt. Unvergessen sind daraus einige Szenen. Während ich versuche, den Kindern das Prinzip der vertauschten Laute zu erklären, spielt der Lieblingsehemann den Kindern kurzerhand einen Sketch auf dem Handy vor. Wir kichern und Lachen und kommen dann noch auf die Löffelsprache. Ich kann die absolut nicht fließend, aber welche in meiner Klasse bei der Ausbildung haben fließend gesprochen. Fand ich immer krass.
Nach dem Frühstück geht jeder seinen Angelegenheiten nach. Herr TAC gräbt mit seinem Vater im Außengelände weiter.
Sohnemann und die Große sind an den Handys. 
Die Jüngste hat beschlossen, dass der Eyfi heute in ihrem Zimmer saugen soll und räumt auf.
Ich kümmere mich um die Wäsche, staubsauge, räume hier und da und koche Mittagessen. Es gibt Spaghetti mit Schinken-Sahne-Soße, das essen hier alle gerne. 
Mittagspause. Die Kinder sind in ihren Zimmern. 
Ich bin auf dem Sofa, daddle am Tablet und häkle eine Runde.
Sohnemann radelt zu den Großeltern. Wir anderen machen Kaffeepause. Eigentlich wollten wir wieder Eis essen gehen, aber es zieht sich zu. Ich holle schonmal vorsorglich die Wäsche von der Leine, der Herr TAC schaut aufs Regenradar. Sieht nicht gut aus. Wenig später fallen riesige Tropfen, es blitzt und donnert in der Ferne. Die Jüngste steht am Fenster und beobachtet den Regen. Etwas von der kühlen, frisch gewaschenen Luft kommt rein.
Ich setze mich mit meiner Häkel-Babydecke aufs Sofa. Irgendwann ruft Sohnemann an, ob er bei den Großeltern übernachten darf. Klar, es schüttet immer noch. 
Die Jüngste kruschelt, räumt ihre Spielfächer im Wohnzimmer neu ein und wir schauen zusammen ein Video, wie man eine HappyPainting-Biene malen kann.
Zeit fürs Abendbrot. Die Jüngste stellt Teller hin. Ich schnipple in Ruhe einen Salat, brate die übrigen, gewürfelten Roster von gestern in der Pfanne an und gieße Eier drüber. Wir essen spät.
Die Jüngste soll sich bettfertig machen und darf dann noch was anschauen. Auch ich ziehe schon mein Nachthemd an und setze mich aufs Sofa. Das ist die Zeit am Tag, wo ich meist zum letzten Mal für den Tag aufs Handy schaue. Genau in dem Moment stellt mein Chef ein Foto in die Mitarbeitergruppe. Der Umbau der neuen Räume ist eigentlich im Endspurt, vorraussichtlich wollten wir diesen Monat noch umziehen. Erst diese Woche hatten wir ein Foto gesehen, alles fein.
Jetzt das neue Foto. Es sieht aus, als wurde frisch Estrich gegossen. Hä? Ich bin verwirrt, zeige das Foto meinem Mann und vergleiche mit dem Foto dieser Woche. Ach du meine Güte, das ist der Hauptraum der neuen Arbeitsstätte und der ist voller braunem Schlamm. 
Jemand anders fragt, ob Hilfe gebraucht wird. Der Chef antwortet mit "Gerne. Gummistiefel oder barfuß, mit Besen."
Ich frage Töchterchen, ob sie mitkommen will. Herr TAC bleibt bei der Jüngsten. Ich ziehe mich wieder an. Wir packen Wischmop, Eimer und Schrubber ins Auto. 
Wir können nicht bis hin fahren, die Feuerwehr hat abgesperrt. Überall Blaulicht, Menschen die Schlamm schippen... Wir stellen das Auto hinter dem vom Chef ab. Hinter mir hält ein Kollege, er hat seine Frau dabei. Neben mir eine Kollegin mit ihrem Mann, sie haben ein ganzes Arsenal an Besen dabei. Gemeinsam laufen wir zu unserer neuen Arbeitsstätte. Es sieht schlimm aus und ist sehr rutschig. Wir schieben den Schlamm raus. Die Große füllt Eimer um Eimer mit Wasser, mit dem wir immer wieder spülen. Die Feuerwehr stellt einen Schlauch zur Verfügung, mit dem werden Ecken ausgespült. Ein Nasssauger hilft, Wasser aus schwer zugänglichen Stellen zu bekommen. Einer der Männer ist im Grunde nur damit beschäftigt, den Auffangbehälter des Nasssaugers zu leeren. Der Chef ist voller Schlamm, er ist ausgeruscht und im Matsch gelandet. 
Wir sind insgesamt 15 Personen. Gemeinsam arbeiten wir etwa 1,5-2 Stunden. Dann ist der Raum erstmal weitestgehend frei von Schlamm, aber sehr nass. Die Wände werden wohl teilweise nochmal gestrichen werden müssen. Aber vorher muss alles trocknen. Der Chef hat ein Trockengerät, dass er noch am Abend anstellen will. 
Auf dem Gelände vor dem Gebäude hat die Feuerwehr zumindest einen Teil gereinigt. Noch immer sind einige der Feuerwehrleute im Einsatz, aber es wird ruhiger. 
Die Ursache: Das Gewitter am Nachmittag brachte so viel Regen auf einmal auf die umliegenden Felder, dass es nicht versickern konnte, sondern zu Schlamm wurde und in den örtlichen Bach lief. Dieser konnte die Massen nicht abtransportieren, trat über die Ufer und überschwemmte Straßen und lief in die Gebäude. 
Puh. Gegen halb 11 bin ich mit der Großen wieder zu Hause. Sie hat Hunger und wärmt sich Nudeln auf. Ich esse etwas Schokolade. 
Erst sehr spät gehe ich ins Bett. 

Tagebuchgrüße von TAC 





2 Kommentare:

  1. Oh weh! Wir hatten hier in kurzer Zeit 30 Liter Regen, aber es gab bei uns keine direkte Katastrophe.
    LG
    Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zum Glück ist viel Regen nicht immer automatisch auch mit einer Katastrophe verbunden.
      Der neue Standort hatte auch trotzdem Glück. Ein Großteil der Einrichtung steht noch in den hinteren erhöhten Räumen, der betroffene Raum war bis auf Baumaterial und einige Werkzeuge sozusagen "leer". Deutlich schlimmer erwischt hat es die Privathäuser ringsum, vermute ich.

      Löschen

Zunächst einmal lese, freue und bedanke ich mich herzlich über jeden Kommentar.
Bezugnehmend auf die DSGVU muss ich auf folgendes hinweisen:
1. Mit jedem Kommentar werden die eingegebenen Daten und ggf. weitere Daten wie IP-Adresse an den Bloganbieter übermittelt und gespeichert.
2. Kommentare können jederzeit selbstständig durch den Ersteller oder durch mich (TAC) gelöscht werden.
3. Blogger ermöglicht, Folgekommentare zu abonnieren. In diesem Fall wird auch die Mailadresse zur Überprüfung der Identität gespeichert und genutzt. Das Abo kann per Klick in der Mail gekündigt werden.
Weitere Informationen finden sich im Reiter oben.