Meines Mannes Onkel hat schon sein ganzes Leben an einem Feiertag Geburtstag, nämlich am ersten Mai. Früher wurde ja an diesem Tag marschiert und angeknüpft an diese Tradition hatte er zu einem Ausflug eingeladen. Wir waren am Cospudener See bei Leipzig.
Bis dahin fahren wir etwa eine Stunde mit dem Auto. Nach gefühlten zwei Minuten - tatsächlich könnten es auch so etwa zehn gewesen sein - kam das erste Mal "Wann sind wir denn endlich angekommen?" vom Töchterchen. Sohnemann dagegen wehrte sich bereits auf der Hinfahrt erfolgreich gegen seine zufallenden Augen.
Irgendwann waren wir da und für die Geburtstagsgesellschaft gab es erstmal Sekt, sehr zum Missfallen von Töchterchen, die am liebsten sofort mit dem eingepackten Sandspielzeug ans Seeufer zum Sandburg bauen gegangen wäre. Aber da inzwischen Mittag war, wollten wir erst was essen und später neu entscheiden, so dass das Sandspielzeug im Auto bleiben musste.
Etwas getröstet war sie, als wir am Spielplatz ankamen. Während die Kinder sich ein wenig betätigten, suchten die anderen eine Gaststätte. Das Essen war lecker, die Portionen klein und die Preise groß. Aber es war ja ein heißer Tag, da mag man ja sowieso nicht so viel essen.
Opa zog schonmal mit den beiden Kindern los, die keine Lust mehr hatten, in der Gaststätte zu sitzen. Wir anderen wollten noch austrinken.
Es dauerte nicht lange, und die drei Entdecker waren wieder da... Töchterchen patschnass von den Füßen bis zu den Oberschenkeln, Sohnemann von unten bis zur Brust...
Mama war sauer, auf Opa, der nicht aufgepasst hatte und auf Töchterchen, die eigentlich weiß, dass man nicht mit Schuhen ins Wasser darf. Und Mama wollte sofort nach Hause. Oma schimpfte mit Opa und erklärte mal wieder, dass Opa im Beisein der Enkel selbst zum Kind wird und dementsprechend einen Babysitter braucht. Und Papa versuchte, die Wogen zu glätten, schließlich hatte Mama ja vorgesorgt und für jedes Kind zwei fast komplette Wechseloutfits im Auto dabei. Aber leider keine Wechselschuhe.
Schließlich wurden die Kinder am Auto trocken gelegt, die Sandalen am Kinderwagen befestigt in der Hoffnung, die Sonne würde sie bald trocknen und Töchterchen durfte mangels festen Sohlen auf den Kiddyboard mitfahren. Sohnemann sollte schlafen im Kinderwagen. Nach einigem Protest nickte er ein, war aber sofort wieder wach, als der Kinderwagen stehen blieb. Für den Rest des Tages, an dem es noch eine Schifffahrt auf dem See und einen Aufstieg auf einen Aussichtsturm gab, wehrte er sich erfolgreich gegen das Sandmännchen.
Insgesamt war es ein schöner Tag...wenn nur die ganzen kleinen Ärgernis-Momente nicht wären...
Bleibt noch die Frage offen, wie die Kinder nass gworden sind. So genau weiß ich es nicht, die Erklärungen beschränkten sich auf "Töchterchen rein gelaufen" und "Sohnemann von der Hand los gerissen", "schnell" und "hineingefallen".
Warum man allerdings alleine mit zwei lebhaften Kindern so weit an das Wasser heran gehen muss, dass eben das passieren kann, bleibt wohl auf ewig Opas Geheimnis.