Fussel
sitzt mal wieder mit Mia auf dem Schuppendach. Sie beobachten die vielen
Menschen, die am Haus vorbei kommen. Fast alle gehen in die gleiche Richtung.
Ihre eigenen Familien haben sich auch dicke Sachen angezogen und sind
mitgegangen.
Fussel
denkt laut: "Wo die nur alle hingehen?" "Gehen wir doch einfach
nachschauen!" antwortet Mia und springt vom Dach.
Fussel
läuft ihr hinterher. Sie gehen in die gleiche Richtung wie die Menschen, nur
laufen sie durch die Vorgärten statt zwischen den vielen Beinen durch auf dem
Fußweg entlang.
Das
Gedränge um sie herum wird immer größer, der Lärm immer stärker und der Geruch
immer süßer. Plötzlich stehen sie auf einem großen Platz vor einer riesigen
Lichtertanne. "Ohhh" entfährt es Fussel, als er nach oben blickt. Mia
schweigt.
Nach
ein paar Sekunden schauen sich die beiden um. Überall sind Menschen. Es riecht
nach Bratwurst, Plätzchen und Zimt. Es gibt viele kleine Häuschen mit offenen
Fenstern und die Menschen drängen sich davor. Laute Musik kommt aus
Lautsprechern, die überall verteilt sind. "Sti-hi-lle Naaacht, hei-li-ge
Naacht. Aaa-lles schläääääft, ein-sam waacht,..." singt es gerade. Mia und
Fussel sitzen unter der Tanne und beobachten das Geschehen.
"Weihnachtsmarkt" flüstert Mia. Fussel versteht nicht, was sie meint.
"Hä?" fragt er. "Das ist der Weihnachtsmarkt von dem meine
Dosenöffner gesprochen haben. Sie gehen da jedes Jahr hin. Ich wusste nur
nicht, was Weihnachtsmarkt bedeutet. Aber der freudigen Erregung nach in ihren
Stimmen musste es etwas schönes sein..." Fussel schweigt.
Eine
ganze Weile sitzen beide da und schauen zu. Niemand beachtet sie. Sie sehen,
wie ein Zweibeiner mit rotem Mantel und langem Bart auftaucht, eine Glocke
schwingt und "Ho ho ho" ruft. Alle Kinder laufen zu ihm hin und
bekommen etwas aus dem großen Sack, den er mit hat. Timo und Emily sind auch
dabei. Als der Mann mit dem Sack wieder verschwunden ist, verstummen die
Lautsprecher und fünf andere Männer kommen, ebenfalls mit roten Mänteln, aber
ohne Bart. Sie hantieren mit goldenen komischen Geräten und machen dadurch
neuen Lärm, den die Zweibeiner als Blasmusik bezeichnen.
Etwa
eine Stunde später meint Mia "Ich hab jetzt genug gesehen. Ich will wieder
nach hause. Kommst du mit?" "Ja." antwortet Fussel, steht auf
und streckt sich.
Sie
gehen den gleichen Weg zurück, den sie gekommen sind und verabschieden sich vor
Fussels Haus.
Als
die Dosenöffner zwei Stunden später nach hause kommen, mit geröteten Wangen und
lachend, liegt Fussel auf seinem Kissen im Wohnzimmer und schläft.
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