Donnerstag, 14. Januar 2021

Eine Woche im Lockdown - Donnerstag

Die letzte komplett tagebuchartig verbloggte Woche ist schon länger her. Ich hab Lust, mal wieder ausführlicher zu schreiben. Alle bisherigen "Eine Woche"-Einträge gibts oben im Reiter.

Herr TAC bewegt sich, schaltet den Wecker aus, gibt mir einen Kuss und steht auf. Es ist 6.40 Uhr. Ich dussle nochmal ein und bin schlagartig wach, als er die Treppe runter läuft. Da ist es kurz nach 7. Ich höre Schnee unter Füßen knirschen und Scheibe kratzen. Letzte Nacht hat es ein Wintergewitter mit Schneesturm gegeben. Wir haben gestern abend Blitze gesehen, Donner gehört und als wir im Bett lagen, peitschten Eiskörnchen gegen das Haus. 

10 Minuten später stehe ich auf. Kurz ins Bad, dann will ich eigentlich aufs Sofa und noch bischen Alleine-Zeit genießen. Als ich im Schlafzimmer meinen Bademantel hole, höre ich oben kleine Füße trappeln. Na super, die Jüngste ist auch schon auf. Wir beschließen, gemeinsam auf dem Sofa zu butzeln. Klappt. Beide unter einer Decke, sie mit Bilderbüchern, ich mit Tablet. Die Katze kommt zum Streicheln.

Erst etwa eine Stunde später starten wir den Tag richtig. Anziehen. Die Jüngste fängt bereitwillig an, bis ich sage, sie soll die Hose von gestern nachmittag nochmal anziehen. Da geht erstmal nix mehr. So lasse ich sie stehen und sammle Wäsche ein. Die Großen wecke ich, sie sollen sich auch anziehen und frühstücken kommen. 

Dann zur Waschmaschine, Wäsche sortieren, Maschine anstellen. Die Jüngste brüllt derweil von oben in Endlosschleife: "Komm sofort wieder hoch!" Ich erkläre ihr, dass ich jetzt Frühstück machen werde. Sie kann gerne die Hose anziehen und runter kommen, um sich bei den Socken helfen zu lassen. Klappt.

Wir zwei frühstücken. Sohnemann kommt dazu und isst mit. Danach soll er seine Schulsachen holen (sind noch im Beutel an der Garderobe, da er von Sonntag bis gestern bei Oma war). Währenddessen räume ich den Geschirrspüler aus und wieder ein. Die Jüngste ist mit unten, ich höre seltsame Geräusche und der Drucker druckt. Die Große hat ihre Videokonferenz vergessen... Sohnemann steckt in voller Skimontur und will raus. Äh... nö. Erst Schule, dann alles andere. Großes Drama. Die Große verschwindet mit Arbeitsblatt in ihrem Zimmer. Die Jüngste lässt sich glücklicherweise überzeugen, was zu spielen. Für paar Minuten verschwindet sie in ihrem Zimmer.

Sohnemann bockt. Er liegt voll angezogen an der Garderobe. Ich erkläre ihm nochmal seine Optionen (erst Schule, dann Freizeit, je eher und bereitwilliger er mitmacht, umso eher ist er fertig. Und Skifahren gerne... später). Das klappt erstaunlicherweise. Wenige Minuten später sitzt er am Esstisch. Wir machen den Rest Mathe. Dann schauen wir mit Tablet auf der Lernplattform, was sonst zu tun ist. Alles ein Durcheinander. Für eine Aufgabe in Geografie fehlt der Ausschneidebogen. Darunter ist eine Aufgabe über die Inuit. Die kann er lösen. Während er eine Nachricht an seine Lehrerin tippt wegen dem fehlenden Bild, versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen. Inzwischen ist es halb 11, die Jüngste will raus. Ich entlasse auch Sohnemann. Als die beiden draußen sind (und die Große ihnen etwas später samt Katze folgt), sitze ich am Tisch mit Lernsax und sichte Sohnemanns Hefter. Ich schreibe alle Aufgaben in Kurzform raus und hake ab. Dabei stelle ich fest, dass mindestens drei Aufgaben auf Lernsax mit "erledigt" markiert sind, die ich aber nicht in seinen Heftern finde. 

Die Große kommt wieder rein. Es ist viertel 12, ich muss Essen kochen. Geschrei von Draußen. Sohnemann ist mit den Skiern zum Muldendamm, die Jüngste will mit, darf aber das Grundstück nicht verlassen. Sie kommt brüllend rein, bleibt aber unten und beruhigt sich. Als ich fertig bin mit Sohnemanns Plan, schäle ich Kartoffeln. Sohnemann kommt zurück. Ich rufe es der Jüngsten zu, die daraufhin nochmal raus geht. Wenig später sind beide wieder drinnen. Die Jüngste hat vor Kälte schmerzende Finger. Ich schicke sie aufs Sofa unter die Decke, Sohnemann betätigt sich derweil an ihren Malsachen. Schnell steht die Jüngste daneben. Sohnemann kippelt, der Stuhl fällt um und erwischt die Jüngste knapp über der Ferse. Gebrüll. Trösten. Sie verlangt nach einem Kühlpad, braucht sie nicht. Sohnemann lenkt sie direkt ab und ich kann mich weiter dem Mittagessen widmen. 

Sohnemann soll den Tisch frei räumen, da liegen sämtliche Hefter und Bücher offen, weil ich ja seine Aufgaben durchgeschaut habe. Will er nicht. Tut er dann doch. Widerwillig. Tisch decken. Dann können wir essen. Es gibt Gemüseeintopf mit Würstchen und Butterbrot. Im Kühlschrank finden sich noch Kirschgrütze und Vanillejoghurt als Nachtisch.

Tisch ab-, Geschirrspüler einräumen. Die Jüngste geht ins Bett, die Großen in ihre Zimmer und ich aufs Sofa mit Tablet. Erst lese ich ein bischen auf anderen Blogs, kommentiere und schreibe dann bis hierher. Die Jüngste kruschelt immer noch. Manchmal schläft sie erst gegen 3 ein. Sie braucht den Mittagsschlaf aber noch. Ich bin selbst sehr müde und werd ein kurzes Nickerchen versuchen.
Klappt. Aber wirklich wacher bin ich danach auch nicht. Sohnemann kommt ins Wohnzimmer, nimmt sich ein Buch und liest. Ich spiele auf meinem Tablet. Dann wirds Zeit, die Jüngste zu wecken, sonst hat sie nix mehr vom Nachmittag. 
Ich schreibe den Herrn TAC an und frage, ob er heute pünktlich kommt. Ja, da soll er bitte zum Parkplatz des Discounters kommen. Ich werd mit der Jüngsten einkaufen, es wird aber etwas mehr werden. Da kann er das mit dem Auto mit heim nehmen. 
Kinder anziehen und raus schicken. Dann ziehe ich mich selbst an, nehme zwei Einkaufskörbe und einen Beutel mit und sage der Großen Bescheid. 
Sohnemann bleibt im Garten, die Jüngste will mit zum Einkaufen. Wir laufen das Stück, die Jüngste macht Fußspuren in unberührtem Schnee. Am Discounter nehmen wir einen einen Wagen, die Jüngste will mitfahren. Wir kaufen Obst, Blumenkohl, Kartoffeln, Käse, Butter, Milch... Und ein Mal- und Aufkleberheft mit Prinzessinnen. Wenn ich mit Sohnemann Schulaufgaben mache, braucht die Jüngste was zu tun. Ihr Wasser-Malheft ist komplett ausgemalt. Papier zum freien Malen nutzt sie auch ganz viel. Aber manchmal ist so ein Malheft schon auch praktisch. Inzwischen ist der Herr TAC da. Er übernimmt den Wagen, packt die Einkäufe in die Körbe und fährt damit und Kleintöchterchen schonmal nach Hause. Ich habe mir den Beutel behalten und kaufe noch Brot und Brötchen. Dann laufe ich im schnelleren Tempo nach Hause. 
Dort zieht die Jüngste gerade Skistiefel an. Sie darf das erste Mal auf Skier. Der Papa hält sie, schiebt oder zieht und hebt sie wieder auf, wenn sie im Schnee gelandet ist. Sie lacht, es gefällt ihr. 
Ich werfe derweil Schnee zur Katze, die danach springt. 
Inzwischen wird es schon dunkel. Ich gehe als erstes rein und räume die Einkäufe weg. Die anderen folgen. 
Kaffeezeit. 
Die Jüngste kann es kaum abwarten, Aufkleber zu kleben und bleibt eine Stunde konzentriert dabei. Sohnemann soll noch was für die Schule machen, hat aber keine Lust. Ich schicke ihn zum Papa, dass er wenigstens noch ein Arbeitsblatt und ein Bild ausdruckt, das für die Schulaufgaben gebraucht wird. 
Die Große sitzt seit Tagen an einer Inhaltszusammenfassung zu einem Buch, dass sie lesen sollten. Nicht, weil es so viel wäre... sie macht einfach alles Mögliche, statt dran zu bleiben. Ihr Berg an Aufgaben ist inzwischen so groß wie der Fichtelberg. Aber ich darf ihr nicht helfen... Mutter - Kind - Beziehung ist uns im Weg. Sie bräuchte dringend wieder Präsenzunterricht, oder zumindest Unterricht per Konferenz, wie heute früh. Aber das bietet bisher nur die Chemielehrerin an. 
Sohnemann hat das ausgedruckte Bild. Er soll es ausschneiden und beantwortet danach tatsächlich noch die Aufgaben dazu. Ich hake auf meiner Übersicht ab, Sohnemann darf die Aufgabe im Lernsax als erledigt markieren. Dann entlasse ich ihn für heute, denn es wird Zeit, Abendbrot zu machen. 
Es ist noch Eintopf da. Eine Portion nehme ich für den Lieblingsehemann weg. So hat er morgen ein Mittagessen auf Arbeit. Sie sind sonst mittags immer essen gegangen, z. B. zum Fleischer oder in die Kantine vom Gericht. Da gibts ja viele Möglichkeiten in Chemnitz. Derzeit halt nicht, so holen sie nur ab und zu mal was und essen am Arbeitsplatz. 
Den restlichen Eintopf wärmen wir auf. Außerdem gibts Brot und Brötchen, Wurst, Käse, Apfelspalten, Gurke. 
Abendprogramm für die Kinder. Ich lese der Jüngsten noch ein Minibuch vor, wir singen zusammen "Der Mond ist aufgegangen", dann darf ich gehn. Der Papa geht noch kurz zu ihr. 
Die Große sitzt wieder an Deutsch oder tut zumindest so. 
Sohnemann ist in seinem Zimmer. 
Pünktlich sitze ich vorm Fernseher, der Donnerstag Abend gehört mir. Ich schaue "AnnE with an E" auf Bibel TV. Die Folge heute ist so traurig, ich heule vor mich hin. Sohnemann kommt dazu und schaut mit. 
Die Jüngste weint. Herr TAC geht zu ihr, sie beruhigt sich schnell. 
Dreiviertel 10 sind die heutigen Folgen zu Ende. Sohnemann verschwindet ins Bett, Herr TAC kommt ins Wohnzimmer. Wir schauen noch "Der Lehrer", die Folge haben wir aufgenommen, so können wir die Werbung weiter spulen. 
Zeit fürs Bett, es ist schon wieder ganz schön spät. 

Donnerstagsgrüße von TAC 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zunächst einmal lese, freue und bedanke ich mich herzlich über jeden Kommentar.
Bezugnehmend auf die DSGVU muss ich auf folgendes hinweisen:
1. Mit jedem Kommentar werden die eingegebenen Daten und ggf. weitere Daten wie IP-Adresse an den Bloganbieter übermittelt und gespeichert.
2. Kommentare können jederzeit selbstständig durch den Ersteller oder durch mich (TAC) gelöscht werden.
3. Blogger ermöglicht, Folgekommentare zu abonnieren. In diesem Fall wird auch die Mailadresse zur Überprüfung der Identität gespeichert und genutzt. Das Abo kann per Klick in der Mail gekündigt werden.
Weitere Informationen finden sich im Reiter oben.