Freitag, 15. Januar 2021

Eine Woche im Lockdown - Freitag

Gegen 5 in der Nacht hat die Jüngste geweint, wohl, weil sie schlecht geträumt hat. Sie wechselt auf die Matratze in unserem Schlafzimmer und schläft dort problemlos weiter. Der Herr TAC muss wieder auf Arbeit, sein Wecker geht 6.40 Uhr. Anders als im Frühjahr erlaubt der Chef kein Homeoffice.

Erst kurz vor 8 wird die Jüngste wach und krabbelt unter meine Bettdecke zum Kuscheln. Gegen viertel 9 stehen wir auf. Anziehen, Geschwister wecken, frühstücken. Sohnemann kommt mit Verspätung dazu. 

Ich drehe meine Morgenrunde durchs Haus, sammle Wäsche ein, starte eine Waschmaschine, räume den Geschirrspüler aus und wieder ein... Zeit für Schulaufgaben. Ich frage Sohnemann, welches Fach er erledigen will: "Geografie, da muss ich ein Video anschauen." Logisch. Aber nein, das Video ist die dritte Aufgabe, die zweite haben wir gestern gemacht und die erste war durchgerutscht und ist noch offen. Ich bestehe drauf, dass er erst das schriftliche macht (Bundesländer in eine Tabelle ordnen mit Fläche, Einwohnerzahl und Hauptstädten). Will er nicht. Großes Drama, das 1,5 Stunden dauert. Ich bin genervt, habe die Zeit im Blick. So viel zu tun und der Zeiger rückt unaufhaltsam weiter. Die Einzige, die bereitwillig "arbeitet", ist die Jüngste. Hochkonzentriert klebt sie Prinzessinnen-Aufkleber und erzählt dabei vor sich hin.

Ich lege derweil Wäsche zusammen, Sohnemann muss auf dem Stuhl sitzen bleiben. Die Jüngste verschwindet zum Spielen in ihr Zimmer. Sohnemann ist sauer auf mich, weil er Schulaufgaben lösen soll. Da heule ich los, dass ich mir die Situation auch nicht ausgesucht hab, ich so gerne wieder mal zum Frauenfrühstück, zur Chorprobe oder in einen normalen Gottesdienst möchte, dass ich der Meinung bin, die Politiker sollten in Bezug auf Schule endlich neu denken, dass es mir auch lieber wäre, alles wäre normal... Er schaut mich aufmerksam an, ist sichtlich berührt, setzt sich an seine Aufgabe und ist mit meiner Unterstützung nach 45 Minuten damit fertig. Ich möchte ihn so gerne verstehen, warum das so ist bei ihm, warum er nicht einsichtig sein kann... Er ist so ein wunderbarer Junge, intelligent, freundlich, liebenswert. Und doch ist gerade Schule ein einziger Kampf, so kommt es mir vor.

Es ist bereits viertel 12, ich muss mich ums Mittagessen kümmern. So schicke ich die beiden Jüngeren raus in den Schnee, es hat schon wieder geschneit. Bevor ich koche, rufe ich noch in der Kinderarztpraxis an. Dazu wollte ich gerne alleine im Raum sein. Ich bekomme Termine für die J1 (Großtöchterchen), die U8 (Kleintöchterchen) und einen schnellen Termin nächste Woche für die Große und wegen dem neuen Ergo-Rezept für Sohnemann.

Seit paar Tagen wird mir im Internet zwischen meinen Nachrichten ständig ein Rezept für Blumenkohlcurry angezeigt. Das probiere ich heute. Die Große meint, es fehlen Würstchen oder Hühnchen, Sohnemann mag keinen Blumenkohl und hätte lieber Ananas dabei. Die Jüngste will erst weder Blumenkohl, noch Kichererbsen, kostet dann beides und verlangt Nachschlag. Und ich tu mich schwer mit dem Geruch der Kokosmilch, geschmacklich ist es okay. Aber das nächste Mal nehm ich wohl doch lieber wieder Sahne.

Mittagspause. Die Jüngste kruschelt wieder bis viertel 3. Ich mache ebenfalls ein kurzes Nickerchen, lese die Blogs in meiner Leseliste und spiele ein bischen auf dem Tablet. Sohnemann hat seine Handyzeit alle, schaut mir erst bischen zu und liest dann.

Zeit, die Jüngste zu wecken. Sie ist noch sehr verschlafen und will mit mir kuscheln. Die Große hat ihre Inhaltsangabe noch immer nicht fertig.

Wenig später gehe ich mit den Jüngeren raus. Die Katze kommt mit, geht aber schnell wieder rein. Die Große sagt, sie war auch draußen, gesehen hab ich sie nicht. Der Lieblingsehemann kommt heim. Die Jüngste will sofort Ski fahren mit dem Papa. Sohnemann hat seine Ski schon dran, der Schnee pappt sehr. Lange hat die Jüngste heute keine Ausdauer. Skischuhe wieder aus, Stiefel an. Wir haben solche Skifahrsehnsucht, dass erst der Herr TAC und dann auch ich die Skier anschnallen und den Miniberg im Garten runter fahren. 

Seit Jahren gibts endlich mal wieder genug Schnee, da hat Sachsens Regierung die Skisaison bereits für beendet erklärt. Im Umkreis von 15km gibts eh keinen Skihang. Übrigens hab ich heute gelesen, dass trotz geschlossener Schulen und Kindergärten die Inzidenzen in der Altersgruppe steigen. Was man da hinein interpretieren mag? Jeder für sich...

Als es dunkel wird, gehn wir rein. Es ist halb 6 als wir Kaffee trinken. Danach soll Sohnemann noch eine Schulaufgabe erledigen. Er will erst nicht, dann macht er Englisch: Möbelstücke ausschneiden, in ein Zimmer kleben und Sätze mit "I have got..." und "I haven't got..." dazu schreiben. Die Jüngste klebt nochmal konzentriert Aufkleber, ich lege Unterwäsche zusammen.

Dann darf Sohnemann noch Videos für die Schule am Rechner des Herrn TAC schauen. Die Jüngste und Herr TAC kruscheln unten, die Große ist in ihrem Zimmer. Ich schreibe bis hierher.

Zeit für Abendbrot. Ich schnipple Salat und Gurke. Tatsächlich kommen alle der Reihe nach dazu und helfen. Wir essen in Ruhe. Als wir fertig sind, der Tisch ab- und der Geschirrspüler eingeräumt ist, ist es bereits halb 9. Schlafenszeit für die Jüngste. Nachdem sie im Bett ist, spielen wir zu dritt mit Sohnemann eine Runde Rage. Kurz nach halb 10 geht er ins Bett. Die Große ist in ihrem Zimmer. 

Wir schalten den Fernseher ein, Herr TAC findet was in der Mediathek. Ich tippsel hier den Rest. Mal schauen, ob ich gleich noch was häkle, bis wir hoffentlich bald schlafen gehen. 

Freitagsgrüße von TAC 

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