Fussel
sitzt wieder einmal auf seinem Platz in der Küche. Timo und Emily sind sehr
beschäftigt mit irgendetwas. Fussel schnuppert und rümpft die Nase, als
ihm ein beißender Geruch hinein steigt.
"Gib
mir jetzt endlich den Leim!" schimpft Emily. "Nein, ich brauch ihn
noch!" antwortet Timo gereizt. "Ihr sollt doch nicht streiten!"
mischt sich die Mutter ein. "Erst recht nicht in der Weihnachtszeit. Das
wisst ihr doch! Während du die Papierkügelchen drauf legst, kann Emily den Leim
verteilen, Timo. Wechselt euch ab!"
Jetzt
steigt Fussel zusätzlich zum Leim noch ein weiterer Duft in die Nase, nach
Braten, denn die Dosenöffnermama hat gerade den Backofen geöffnet und das
Fleisch für morgen gedreht.
Plötzlich
fragt Emily: "Warum gibt es zu Weihnachten eigentlich Geschenke?"
Die
Mutter dreht sich um. "Du weißt doch, dass wir den Geburtstag von Jesus
feiern. Und wenn ihr Geburtstag habt bekommt ihr doch auch Geschenke."
"Ja, das schon." antwortet Emily und legt die Stirn in Falten.
"Und warum bekommen alle Menschen Geschenke? Eigentlich müsste Baby Jesus
die Geschenke bekommen."
Jetzt
denkt die Mutter nach. "Hm, stimmt. Ich weiß etwas: Wenn ihr die Geschenke
für Oma fertig gebastelt habt, schauen wir alle zusammen in das große
Weihnachtsbuch. Da steht bestimmt drin, warum der Weihnachtsmann Geschenke
bringt und die Menschen sich gegenseitig etwas schenken."
Damit
sind die Kinder einverstanden. Emily beeilt sich besonders sehr, das Bild aus
buntem Knüllpapier ganz schnell fertig zu machen.
Eine
Stunde später sitzen alle drei im Wohnzimmer auf dem Sofa. Die Mutter hat das
große Weihnachtsbuch auf dem Schoß. Fussel hat es sich auf der Sofalehne bequem
gemacht. So kann er über die Schulter der Dosenöffnermama auch in das Buch
sehen.
"Ihr
könnt euch doch sicher noch daran erinnern, warum der Nikolaus Geschenke
bringt?" fragt die Mutter. "Ja, natürlich" antwortet Timo etwas
genervt. "Da gab es mal einen Bischof Nikolaus in einer Stadt. Bei einer
Hungersnot sollten alle Kinder der Stadt gegen Getreide getauscht werden, weil
alles Geld und aller Schmuck nicht ausreichte, um alles zu bezahlen. Und da gab
der Bischof Nikolaus den Kirchenschatz her, um die Kinder zu retten. Und
deshalb bringt der Nikolaus jedes Jahr den artigen Kindern Geschenke."
"Das hast du dir sehr gut gemerkt." lobt ihn die Mutter.
"Kennt
ihr Martin Luther?" fragt die Mutter jetzt. "Ja. Der war Mönch und
hat die Bibel übersetzt." antwortet Timo. "Richtig. Und er hat auch
ein paar Neuerungen in der Kirche eingeführt. Er hat vorgeschlagen, dass die
Geschenke nicht mehr am Nikolaustag, sondern zu Weihnachten verteilt werden
sollen, steht hier in dem Buch." Emily staunt. "Oh. Aber warum
bekommen wir dann zu Nikolaus und zu Weihnachten Geschenke?" fragt sie.
"Das steht leider nicht mit in diesem Buch. Ich denke, die Menschen haben
nicht alle den Vorschlag übernommen. Wahrscheinlich haben viele Familien den
Nikolaus bestellt, andere Familien den Weihnachtsmann oder das Christkind. Und
im Laufe der Zeit haben sich die Bräuche gemischt. In der heutigen Zeit gibt es
deshalb zweimal Geschenke. Aber das weiß ich eben nicht genau."
"Hm."
antwortet Emily und hat wieder Falten auf der Stirn. "Hm." sagt jetzt
auch Timo. Die Mutter lacht. "Schön dass ihr jetzt einer Meinung seid.
Soll ich euch noch eine Geschichte vorlesen?" "Oh ja, bitte!"
antworten beide Kinder wie aus einem Munde.
Die Geschichte ist total bezaubernd, ich schau jeden Tag rein
AntwortenLöschenFreut mich, dass sie dir gefällt *g*
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