Seit kurzem stellt Catrin einmal in der Woche eine neue Frage und 2 wiederkehrende. Die kann man beantworten und den Blogeintrag bei ihr verlinken. Sie nennt es die Mittwochsfrage. Das hat mich direkt angesprochen: eine Art Reflexion in der Wochenmitte. Gestern hab ich dann gelesen, dass sie bei den wiederkehrenden Fragen Stimmungen/ Gefühle wissen will. Hm, nun denke ich darauf seit gestern rum.
Ich hab nun beschlossen, so zu antworten, wie ich mag. Das wird doch eher mit Schwerpunkt auf Ereignissen sein und Stimmungen/ Gefühle außen vor lassen. Mal ausprobieren, wie das klappt und ob mir das Freude macht.
Die heutige Mittwochsfrage: Passend zum heutigen Datum – 08. März – und dem Frauentag interessiert mich, wie du zu diesem Tag stehst, ob er dir wichtig ist, denkt man an dem Tag an dich, verwöhnt man dich, lässt man dir evtl. sogar Aufmerksamkeiten zukommen?
Ich verstehe die Intension hinter dem Tag und die aktuell laufenden Diskussionen darum. Ich finde sie auch wichtig und richtig.
Dennoch hat der Tag bei mir eher einen negativen Beigeschmack.
Ich bin ein Kind der DDR, da hatte der Tag eine enorme Bedeutung, viel mehr Bedeutung als der Muttertag. Es war üblich, dass Frauen werktätig waren und Kinder von kleinauf fremdbetreut wurden. Der Gedanke dahinter war, die Arbeitskraft der Frauen zu nutzen und die Kinder möglichst von Anfang an in das System zu pressen. Im Nachhinein weiß ich, dass die "Gehirnwäsche" bei mir damals funktioniert hat. Unter keinen Umständen hätte ich "Republikflucht" begehen oder einen "Ausreiseantrag stellen" wollen, denn "die" in der BRD waren "geldgierig", die Menschen "arbeitslos", lebten "auf der Straße" und wussten nicht, wie sie überleben sollten. Als die Wende kam, war ich 11. Wann und wie sich mein Denken änderte, weiß ich nicht mehr. Heute denke ich anders, bin sehr viel kritischer und hinterfrage (was in den letzten 3 Jahren gar nicht erwünscht war)...
Der Frauentag hat in meiner Familie und in meinem Umfeld keinerlei Bedeutung im Sinne von "Frauen verwöhnen". Es war für mich ein Tag wie jeder andere.
Die beiden Routine-Fragen:
1. Wie lief die Woche bisher?
Ich hab am Montag geplant gearbeitet und weil so viel Arbeit übrig war, am Dienstag nochmal. Die beiden Tage waren ansonsten vollkommen normal. Am gestrigen Mittwoch hatte ich einen Arzttermin. Da bin ich immer aufgeregt und schlafe schlecht. Alles soweit okay.
Das Wetter ist usselig und kalt, da leidet mein innerer Antrieb und ich fühl mich auf dem Sofa mit Decke am wohlsten.
2. Wie möchtest du die restliche Woche verbringen?
Heute nachmittag kommt meine Mutter vorbei, sie wird die Jüngste vom Kindergarten abholen. Es wird also für mich ein recht ruhiger Tag. Sohnemann muss Hausaufgaben erledigen, ich hoffe, er macht gut mit, sonst wirds anstrengend. Er hat zusammen mit dem Papa noch einen "Berufsorientierungsvortrag" in der Schule.
Morgen werd ich geplant nochmal arbeiten und danach einkaufen. Das Wetter soll voraussichtlich unangenehm bleiben, aber ich würde schon gerne mal wieder alleine spazieren gehen.
Schaun wir mal.
Verspätete Mittwochsgrüße von TAC

Das ist ja eine schöne Aktion, die habe ich bei Catrin noch gar nicht entdeckt.
AntwortenLöschenIch glaube, da mache ich beim nächsten Mal mit.
Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
Nicole
Na klar. Und ich les dan bei dir mit (auch wenn ich eher selten kommentiere)
LöschenGuten Morgen,
AntwortenLöschenmeine ehemalige Kollegin ist auch in der DDR aufgewachsen und erzählte uns auch vom Weltfrauentag. Wir waren öfters in Falkenstein (i. Vogtland) bei Freunden im Urlaub. Öfters sagten die hier lest mal die Zeitung was da wieder über den "Westen" steht, zur damaligen Zeit habe ich aber lieber Märchenbuch gelesen, aber wir waren sowieso die meiste Zeit unterwegs und abends haben wir dann gemütlich zusammen gesessen.
Nun ja, in der Schule lernten wir auch, daß der Osten die Bösen sind.
Ja, die letzten Jahre nun ja ist ja noch immer so, daß jeder der kritisch ist mit gewissen Worten bezeichnet wird.
Dann wünsche ich dir ein schönes Wochenende
Gruß
Hannelore
Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass es andersrum ähnlich war, also dass es im Westen hieß, der Osten wäre böse. Umso größer ist das Wunder der Wende. Und dass trotz der sicher bestehenden Vorurteile alles so friedlich verlaufen ist.
LöschenIch bin schon irgendwo froh, dass ich damals noch ein Kind war. Ich konnte unbeschwert sein und musste mir über so vieles keine Gedanken machen.
Meine Mutter ist mit mir und dann auch mit meinem Bruder das erste Jahr zu hause geblieben. Insofern hatte ich es schon gut. Meine Mutter hat mich mit meinem gebrochenen Bein (da war ich noch keine 3 Jahre) auch nicht 8 Wochen im KH gelassen, wie alle wollten, sondern ist unbezahlt mit mir zu Hause geblieben. Trotzdem war genug Zeit, die sozialistischen Normen in meinen Kopf zu bekommen.
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