Draußen
ist es schon finster. Der Schnee vom Montag ist verschwunden und hat überall
hässliche Pfützen hinterlassen. Fussel war morgens mal kurz draußen gewesen,
aber es hatte ihm nicht gefallen. Er hatte Mia besucht und ihr von den
Plätzchen erzählt. Aber sie hatte nur wieder gelächelt und wiederholt, dass die
Weihnachtszeit schön wäre. Er hatte sie gefragt, ob das Plätzchen backen Weinachten
wäre und sie hatte nein gesagt und war gegangen. Daraufhin hatte er ein
Schläfchen gehalten und gewartet, dass die Dosenöffnerkinder aus der Schule
kommen. Sie hatten erst zusammen Mäuschen jagen und verstecken gespielt, aber
dann waren die Kinder auf einmal davon gelaufen. Fussel war ihnen hinterher
gegangen.
Jetzt
sitzt Fussel auf dem Schuhschrank und beobachtet die wackelnden Schnürsenkel.
"Eins - zwei - drei - los!" zählt Fussel und hascht nach dem
Schnürsenkel. "Nein, Fussel, lass das!" schimpft Timo. Fussel duckt
sich. "Fussel, das darfst du nicht. Wir müssen die Schuhe doch sauber
machen, diese Nacht kommt der Nikolaus." sagt jetzt Emily. Fussel setzt
sich hin. "Was ist das denn nun schon wieder, der Nikolaus? Ob das
Weihnachten ist?" überlegt Fussel. "Und warum putzen die beiden ihre
Schuhe? Das machen sie doch sonst nicht selbst. Entweder die Mama steckt die
Schuhe in dieses Ding, das sich dreht, oder der Dosenöffnerpapa macht sie
sauber."
Viel
Zeit zum Überlegen bleibt ihm nicht, denn die Dosenöffnermama ruft aus der
Küche. Fussel saust wie der Wind in die Küche und springt auf seinen Platz auf
der Eckbank.
Ungefähr
fünf Minuten später sitzt die ganze Familie am Tisch. Fussel beobachtet genau,
wer welche Wurst isst und ob jemand ein kleines Stückchen davon in die Hand
nimmt...
Da
fragt Emily plötzlich: "Warum müssen wir eigentlich Schuhe putzen wenn der
Nikolaus kommt?" Timo grinst sie an. Er ist schon neun, zwei Jahre älter
als seine Schwester. "Na weil wir sonst keine Geschenke bekommen, du
Dummerchen!" Sagt er und bekommt dafür einen strafenden Blick von seinem
Papa. "Und was haben Geschenke mit sauberen Schuhen zu tun?" fragt
Emily. Papa sieht Timo an, aber dieser ist ganz leise und schaut auf seinen
Teller. Das weiß er nämlich auch nicht. "Na gut, da werde ich euch das
erzählen." sagt Papa. Fussel hat die Wurst ganz vergessen. Er hört
gespannt zu, was Papa erzählt.
"Vor sehr vielen Jahren war eine furchtbare Hungersnot in
der Stadt Myra, in der der Bischof Nikolaus lebte und viele Menschen mussten
sterben. Die Menschen warteten verzweifelt auf mehrere Schiffe mit Weizen, die
aus Ägypten kommen sollten. Aber die Schiffe waren von Piraten überfallen
worden und diese forderten alles Wertvolle, was die Menschen in Myra besaßen.
Aber alles Gold und aller Schmuck, den die Menschen hatten, reichte den Piraten
nicht. Also forderten sie alle Kinder der Stadt, um sie als Sklaven zu
verkaufen. Das tat dem Bischof der Stadt leid und er opferte den Kirchenschatz,
um die Kinder freizukaufen. Seit dem gilt Sankt Nikolaus als Beschützer der
Kinder. Und er kommt jedes Jahr am 6. Dezember, um die artigen Kinder zu
beschenken."
Die
Familie war fertig mit essen. Aber Fussel sitzt immer noch in der Küche,
um über das nachzudenken, was er gehört hatte.
Eine tolle Geschichte.....
AntwortenLöschenUnd sie geht noch weiter *zwinker*
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