Wir steigen erstmal ganz nach oben auf den Dachboden und bleiben an der Treppe stehen. Hier gibt und gab es kein Geländer. Meine Eltern hatten irgendwann in meiner späteren Kindheit mal eine Klappe eingebaut. Die diente nicht irgendwelcher Unfallvermeidung sondern schlicht als "Wärmedämmung". Kurz: Sie hielt im Winter die eisige Kälte oben.
In dieser Nische, gleich bei der Treppe lagerten wir das Weihnachtszeug.
Und gegenüber leere Kartons.
Was in meiner Kindheit hier war, weiß ich nicht mehr.
Das ist die Wand vom Nachbarhaus. In meiner Kindheit lief hier bei starkem Regen das Wasser runter, da oben eine Lücke zwischen den beiden Häusern war. In den 90er Jahren, als die neuen Dachziegel drauf kamen, wurde die Lücke geschlossen und die Wand konnte trocknen.
Man sieht hier auch das zugemauerte Fenster, was darauf hinweist, dass das andere Haus eher gebaut worden war.
Vom Standpunkt an der Treppe schauen wir jetzt zum anderen Giebel mit den zwei Fenstern. Es gibt zwei "Wände". Die erste hatte wohl nie eine Tür, es war immer nur ein Durchgang.
Durch diesen gehen wir. Links sehen wir noch die Ständer. Hier war ein Verschlag, in dem in meiner Kindheit das Feuerholz aufbewahrt wurde. Mühsam wurde es geschlagen, zerkleinert und hier rauf geschleppt. Nach dem Einbau der Heizung wurde das nicht mehr gebraucht und die Latten abmontiert.
Wir hatten hier zuletzt einen alten Kleiderschrank stehen, wo wir Kartons mit zu klein gewordener Kinderkleidung gelagert haben. Dahinter fanden sich beim Ausräumen 3 Säcke mit längst ausrangierten Textilien.
Auf der anderen Seite wurde in meiner Kindheit glaub ich Baumaterial gelagert. Da wo das Licht herein scheint, war eine Wand aus Holz, davor die Leiter zum Dachfenster. Der Schornsteinfeger brauchte ja einen Ausstieg.
Diesen Bereich mochte ich als Kind gar nicht, es war hier einfach nur dunkel, schmutzig und unheimlich. Lieber bin ich durch gehuscht in den Raum dahinter.
Dahin ging es durch die Tür, die hier offen steht, links vom Balken.
Der Raum war spannend. Das war der Lagerraum meiner Eltern für Dinge, die gerade nicht gebraucht wurden (z.B. Schlitten im Sommer) oder die keiner mehr benutzte (z.B. eine alte Nähmaschine).
Irgendwann hatte ich etwas für mich seeehr interessantes entdeckt: Im Kinderwagen versteckte meine Mutter Dinge, von denen wir nichts wissen sollten. Geburtstagsgeschenke beispielsweise. Oder kleine Dinge, die man unterm Ladentisch hervor bekam. Es war ja zu DDR-Zeiten nicht so, dass man in den Laden gehen konnte um nach Herzenslust oder der Kinder-Weihnachts-Wunschliste einzukaufen. Man kaufte, wenn man etwas "erwischte" und hob es halt bis zum passenden Moment auf.
Als ich das heraus gefunden hatte, ging ich ab und zu mal schauen, was es so "Neues" gab. Natürlich tat ich das nur dann, wenn ich alleine im Haus war.
Später fand ich noch ein oder zwei weitere "Verstecke" meiner Mutter.
Und ganz ehrlich: Welches Kind geht nicht gerne "stöbern"?
Meine Mutter musste übrigens noch mehr Verstecke gehabt haben, denn ich bekam immer irgendwas, von dem ich vorher nicht gewusst habe.
Dieser Raum ist übrigens nur deshalb an den Schrägen und der Decke holzverkleidet, weil er früher mal als Schlafzimmer genutzt worden war.
Seht ihr das Loch im Fußboden? Da kam der Schornstein hoch. Dieser Raum war im Winter sogar "warm", weil der Schornstein beim Heizen der Öfen Wärme abstrahlte.
Mehr gibts hieroben nicht zu sehen. Wahlweise könnt ihr durch die Tür oder "durch die Wand" gehen. Aber vorsicht, nicht in das Loch treten. Es könnte sein, man fällt eine Etage tiefer ins Wohnzimmer.
Das ist nochmal die Giebelwand neben der Treppe nach unten. Gut sieht man hier einige Farbschichten, die im Laufe der Jahre aufgetragen wurden.
Nun stehen wir auf unserer "Wohnetage".
Weiter gehts im nächsten Teil.
Sonntag, 7. April 2019
3 Kommentare:
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Na, das sieht ja fast noch abenteuerlicher aus als vor 33 Jahren in unserem, damals gekauften Haus.
AntwortenLöschenLG
Astrid
Das erinnert mich daran, wie es aussah, als wir 1997 gekauft haben und im Rohbau rumgekrabbelt sind :-)
AntwortenLöschenIch bin schon froh, dass dieses Haus abgerissen wird und nicht mehr ausgebaut. Es sind zu viele Stellen, die nicht ideal sind.
AntwortenLöschenIch hab Respekt vor allen, die so ein Haus sanieren.