Da fällt mir gleich eine Begebenheit aus meiner Kindheit ein:
Fertige Seifenblasen kannte ich nicht, wir haben einfach Wasser mit Spülmittel gemischt und mit Hilfe von Trinkhalmen Seifenblasen gemacht. Das ging damals gut, heute klappt das nicht mehr. Meist haben wir reichlich Spüli benutzt. Eines Tages hatte ich einen Becher mit angemischter Seifenlauge auf dem Schränkchen stehen lassen und war mir keiner Schuld bewusst. Plötzlich kam mein Vater mit dem Becher in der Hand. Er schaffte gerade, zu schimpfen, dann rannte er wieder zum Klo. Er hatte Durst gehabt und den Becher gesehen. Da dachte er, das wird wohl Limo sein, hat den Trinkhalm raus und zwei große Schlucke genommen.
Zurück zu heute: Geradeaus geht es in Sohnemanns Zimmer, rechts ist die Tür zum Bad und links die Tür zu Töchterchens Kinderzimmer.
Wir schauen zuerst ins Bad.
Meine Eltern haben durch Einziehen einer Wand dieses Minibad geschaffen. Als ich noch klein war, war die Wand grün gestrichen. Es gab eine Badewanne mit Badeofen, ein Waschbecken und Waschmaschine und Schleuder.
Noch in den 80er Jahren wurde das Bad neu gemacht. Nun bekam es Fliesen, eine Einbaubadewanne, eine Dusche und ein neues Waschbecken. Auf Fliesen musste man in der DDR warten, es sei denn, man kaufte Glasfliesen.
Waschmaschine und Schleuder zogen aus.
Der nächste Umbau fand Mitte der 90er statt. Sowohl mein Opa, als auch ich nutzten nur die Dusche. Die Badewanne war nur Dreckfänger So flog sie raus und machte Platz für eine flache Duschtasse, dazu Schiebetüren. Außerdem zog ein Badblock ein, der mir immer noch gefällt und der so gut erhalten ist, dass er im neuen Haus ins Kinderbad darf.
Hinter die Duschtasse ist Wasser geflossen, weil die Silikonfuge undicht war. Das wiederum passierte wohl, weil in einem alten Haus keine rechtwinkligen Wände sind und der Spalt viel zu groß für so eine Fuge war.
Gehen wir weiter ins Zimmer der Großen.
Hier war in meiner Kindheit die Küche, die auch mein Opa noch genutzt hat. Es gab ein Waschbecken, mehrere Küchenschränke, eine Spüle, 2 "Besenschränke" (die waren so hoch, dass es Besen rein gepasst hätte, waren aber Einlegeböden drinnen) von denen einer später nicht mehr in der Küche stand. Es gab den Tisch mit Stühlen, ganz am Anfang auch mal ein Sofa. Auf einem Schrank stand der Käfig meiner Wellensittiche und zwischenzeitlich stand hier auch mal das Laufgitter für meinen Bruder, mit dem er trotz innerem Boden durch die ganze Küche gewandert ist. Meine Mutter erzählt immer wieder von dem Tag, an dem mein Bruder gradeso mit den Fingerspitzen auf den Schrank hoch kam, sich hoch zog und mit einer Hand nach dem Vogelkäfig griff.
Die Kinder hatten Spaß dran, die eigentliche Tür zwischen ihren Zimmern wieder frei zu legen, die wir nach dem Tod meines Opas geschlossen hatten. Zwischen diesen beiden Türen waren der Herd und der Ofen.
Als ich so etwa 10 war, hatten wir eine Katze, die uns 4 Babys geboren hatte. Die Wurfkiste stand ebenfalls in der Küche. Eines Tages kamen wir morgens in die Küche. Auf dem Boden wuselten die Katzenkinder, dazwischen kullerten Äpfel und die schwere Glasschale, in der eigentlich die Äpfel lagen, fanden wir ebenfalls auf dem Boden. Sehr seltsam... Des Rätsels Lösung erklärte am Nachmittag mein Vater: Er hatte Frühschicht und stand immer knapp auf. In der Küche stolperte er ständig über irgendeine kleine Katze, so versuchte er, sie zurück in die Kiste zu befördern. Aber so wie er sie zusammen sammelte, kletterten sie wieder raus. So versuchte er, den Deckel des Kartons zu schließen, aber auch das schafften die Katzen. Sein letzter Versuch: Kartondeckel mit Obstschale beschweren. Hat auch nix genützt.
Nach dem Tod meines Opas richtete sich der Lieblingsehemann zunächst seinen Hobbyraum in der noch funktionstüchtigen Küche ein. Als das erste Töchterchen später ein eigenes Zimmer brauchte, richteten wir ihr dieses her. Es bekam an zwei Wänden neuen Putz, überall neue Steckdosen und eine komplett neue Zimmerdecke - das modernste Zimmer im ganzen Haus.
Im Herbst 2014 bekam die Große neue Möbel. Zu dieser Umgestaltung hatte ich damals ausführlich gebloggt.
Nun gehen wir in Sohnemanns Zimmer. In meiner Kindheit kam man aus der Küche durch diese Tür.Gleich links daneben stand der Nähmaschinenschrank meiner Mutter, der mit eingeklappter Maschine als Geburtstagstisch genutzt wurde. Vorm Fenster stand der Esstisch, bei Familienfeiern wurde der ausgezogen und mit weiteren Tischen verlängert, so dass um die 20 Personen Platz hatten. Das gesamte Wohnzimmer war damals viel länger als dieser Raum.
Unser letztes Schlafzimmer war der eigentliche Wohnbereich. Dazu gleich mehr, erstmal noch zu diesem Teil.
Hier sieht man rechts die Tür. An dieser Stelle war in meiner Kindheit der Kachelofen, der vom kleinen Flur aus beheizt wurde. Als mein Opa Mitte der 90er die Gasheizung einbauen ließ, wurde er überflüssig und flog mitsamt Schornstein raus. Das wiederum schaffte Platz, so dass es möglich wurde, den Raum wieder zu teilen. In dieser Ecke stand Opas Sofa mit Tisch davor.
An der rechten Wand stand in meiner Kindheit die große Anbauwand. Die war zu hoch für den ursprünglichen Raum, so setzte mein Vater die Zimmerdecke höher. Deshalb hatte wir zwischen Küche und Wohnzimmer eine Stufe im ersten Stock.
In der Ecke, auf die man schaut, hatte mein Opa in meiner Jugend einen Sessel und Tischchen daneben. Da stand das Telefon. Immer dienstags und donnerstags saß ich viertel 9 in diesem Sessel und wartete auf den Anruf des Herrn TAC, der damals in Dresden studierte.
Als wir Töchterchens Zimmer her richteten, wanderte der Hobbyraum hierher. Doch irgendwann 2012 brauchte auch Sohnemann ein eigenes Reich. So wanderte das Hobbyzubehör in den kleinen Flur und die Eisenbahnanlage ins damals noch stehende "Zweithaus".
Ein uralter umgenutzter Schuhschrank blieb als Raumteiler stehen, ein Teil wurde Sohnemanns Zimmer, der kleinere vordere Durchgangsbereich zu unserem Schlafzimmer.
Und damit kommen wir in den letzten Raum des Rundganges.
In meiner Kindheit war es Wohnbereich des Wohnzimmers. Hier gab es ein ausklappbares Sofa, einen Couchtisch, 2 Sessel, Schränke mit Fernseher, Tonbandrecorder und Radio, Schreibtisch für unser Schulzeug und ganz wichtig: Unsere Spielecke.
Und zwar genau unter diesem Eckfenster.
In zwei Schränken und daneben waren Bausteine, Konstruktionsteile, Autos, Bücher, Spiele, Malzeug, Puppenbett, Puppenschrank...
So viel wie unsere Kinder heute hatten wir nicht. Ich habe im Wohnzimmer liebend gerne die zwei Sessel zusammen geschoben, Decken drüber gelegt und hatte darin mein "Haus".
Mein Bruder ist dadrin sogar mal eingeschlafen.
Übrigens kann ich mich nicht erinnern, dass ich selber aufräumen musste. In meiner Erinnerung hat das immer meine Mutter gemacht.Mein Opa hat in diesem Raum geschlafen und als sich Töchterchen ankündigte, richteten wir hier unser Schlafzimmer ein. Es wurde aber auch immer als Abstellzimmer für alles Mögliche genutzt und ich hoffe sehr, dass unser Schlafzimmer im neuen Haus wirklich nur unser Schlafraum wird.
So, damit sind wir am Ende.
Rechtzeitig vorm Abriss, der nun endlich am Montag und Dienstag sein soll, verlassen wir das Haus.
Inzwischen sind Fenster und Türen raus und auch alles, was sonst noch auf den Fotos drauf ist (Schrott, Werkzeug, Gardinenstangen...). Ich hab mich in Gedanken für die vielen schönen Jahre bedankt und emotional Abschied genommen.
Nun schauen wir nach vorn, auf das was kommt und freuen uns darauf.
Dankbare Grüße von TAC
















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Zunächst einmal lese, freue und bedanke ich mich herzlich über jeden Kommentar.
Bezugnehmend auf die DSGVU muss ich auf folgendes hinweisen:
1. Mit jedem Kommentar werden die eingegebenen Daten und ggf. weitere Daten wie IP-Adresse an den Bloganbieter übermittelt und gespeichert.
2. Kommentare können jederzeit selbstständig durch den Ersteller oder durch mich (TAC) gelöscht werden.
3. Blogger ermöglicht, Folgekommentare zu abonnieren. In diesem Fall wird auch die Mailadresse zur Überprüfung der Identität gespeichert und genutzt. Das Abo kann per Klick in der Mail gekündigt werden.
Weitere Informationen finden sich im Reiter oben.