Mittwoch, 23. November 2016

Eine Woche: Mittwoch

Beim Stöbern durch meine Mitlese-Blogs hab ich entdeckt, dass es bei "Frische Brise" mal wieder ausführlichere Tagebucheinträge gibt. "Das könnte ich auch mal wieder machen..." dachte ich so für mich. Also, auf geht´s! Es ist eine spannende Woche einschließlich erstem Advent, Schlossweihnacht hier im Ort und Töchterchens 10. Geburtstag.


Mittwoch:
Der Tag beginnt wie immer viel zu früh kurz vor halb 7. Ich hab geschlafen wie ein Stein, bin aber immer noch nicht wach. Sohnemann kommt zu uns ins Bett gekrabbelt und holt sich eine Kuscheleinheit ab. Auch Töchterchen gesellt sich heute für einen Moment dazu. So häufig ist das bei ihr nicht mehr. Pünktlich 10 nach halb 7 stehen wir auf. Waschen, Anziehen, Rasieren, Haare kämmen... Das übliche Morgenprogramm, bis schließlich alle einigermaßen pünktlich 7 Uhr am Frühstückstisch sitzen.
Als die anderen drei das Haus halb 8 verlassen haben, dreh ich meine Morgenrunde: Wäsche einsammeln, sortieren, Lüften, Betten machen... Die Waschmaschine ist heute für die Gardinen reserviert, deshalb stelle ich sie nicht an, obwohl schon wieder genug Wäsche da wäre.
Gestern abend war Chorprobe, die letzte reguläre vorm Wochenende, an dem der Chor sowohl beim Eröffnungsgottesdienst, als auch beim Abschlusskonzert der örtlichen Schlossweihnacht mitwirkt. Und natürlich hat einiges noch nicht geklappt. Für den Teil, in dem ich "Kurrende" mitsinge, hab ich gestern erst die Noten bekommen, die gleich wieder auseinander gefallen sind. Eine Mitsängerin hatte sie mitgenommen, um sie nochmal neu zusammen zu heften (sie macht das beruflich und hat da viel bessere Möglichkeiten als ich und zufällig grade Nachtschicht). Diese Noten fische ich nun aus dem Briefkasten und setze mich damit an meinen Schreibtisch: Meine Stellen markieren, nochmal durchsingen, Noten fürs Wochenende ordnen... So bin ich bereit für die erste von zwei Sonderproben heute abend.
Dann plane ich den heutigen Tag und schließlich mach ich mich widerwillig ans Fenster putzen. Draußen sind nur 2,2°C. Während die weißen Gardinen ihre Runden in der Waschmaschine drehen, komme ich gut voran. Ich wasche bergeweise Baudreck von den Scheiben und Rahmen und freue mich mal wieder wie ein kleines Kind über meinen Fenstersauger, der mir gut hilft, die Scheiben (einigermaßen) streifenfrei zu bekommen.
Als ich die Fenster oben geschafft habe, mache ich eine Pause und durchstöbere meine Blogs. Genau in dieser Zeit entdecke ich den oben erwähnten Eintrag bei "Frische Brise" und treffe meine Entscheidung, ebenfalls mal wieder eine Woche genauer aufzuschreiben.
Mein Magen meldet sich. Spontan hab ich Appetit auf Spaghetti. Während sie kochen, leere ich die Waschmaschine, stelle sie neu an und hänge die weißen Gardinen wieder auf.

Hm... ich mag den Geruch nach dem Gardinenwaschen, es riecht als hätte jemand die Luft im Wohnzimmer gewaschen.
Ich nehm mir eine Portion Spaghetti auf den Teller und lasse den Rest (ich hab bewusst mehr gekocht) stehen. Erfahrungsgemäß hat Töchterchen großen Hunger, wenn sie aus der Schule kommt, obwohl sie in der Schule mit isst. Aber sie ist alleine im letzten Monat einen cm gewachsen, das braucht Energie. Und die Portionen in der Grundschule sind sehr klein.
Nach dem Essen schreibe ich den Blogeintrag bis hierher.
Dann ist schon Zeit, Sohnemann aus der Schule abzuholen. Er ist noch im Speisesaal. Töchterchens Lehrerin kommt zu mir und fragt, ob ich die Klasse beim Basteln im Dezember unterstützen kann. Ich bitte sie, es ins Hausaufgabenheft zu schreiben, da ich derzeit alles vergesse und erst in meinem Kalender nachschauen muss.
In der Zeit ist Sohnemann fertig mit essen. Wir holen seinen Ranzen, in den wir vorher noch die Sachen für die Hausaufgaben einpacken und laufen dann nach Hause. Leider ist er heute sehr unkonzentriert. In der Stunde, die wir Zeit haben, bis er wieder los muss, schafft er nur einen Teil.
Töchterchen kommt nach Hause und setzt sich an ihre Hausaufgaben.
Ich bringe Sohnemann zur Christenlehre und schaue kurz in der Bücherstube vorbei, um neue, gut abgelagerte (auf einem klebte ein Etikett: "Produktionszeitraum: 1. Halbjahr 1972"), frisch gewaschene Hand- und Geschirrtücher hinzubringen, die meine Mutter uns für die Bücherstube geschenkt hat.
Wieder zu Hause helfe ich Töchterchen bei einigen Aufgaben in Mathe. Dann isst sie ein Pizzastück aus dem Kühlschrank von gestern und bummelt ein wenig vor sich hin, bis sie selbst zur Christenlehre geht.
Ich mache mich inzwischen daran, die Fenster in den Kinderzzimmern zu putzen. Als ich Sohnemanns Fenster gerade sperrangelweit offen habe, kommt der Bagger gefahren, immer näher und näher. Für einen Moment denke ich, er kippt mir den Inhalt der Baggerschaufel ins Zimmer, aber er schüttet es vors Haus. Es ist ein Rest Beton, der heute übrig ist und mit dem er gleich ein wenig  fürs Pflaster direkt vor unserem Haus auffüllt. Wir unterhalten uns kurz. Einige Zeit später ist Baubesprechung auf der Straße. Der Bürgermeister kommt vorbei uns grüßt mich.
Irgendwann sind die beiden Fenster fertig und es ist schon Zeit, Sohnemann aus der Bücherstube abzuholen, wie es abgemacht war, da er ja noch Hausaufgaben hat. Natürlich will er nicht mit und macht eine Szene mit Gebrüll. Ich lasse mich davon nicht beeindrucken, nehm ihn an der Hand, seine Jacke in die andere und wir gehen aus dem Raum. Vor der Tür zieht er zumindest die Jacke über. Auch auf dem kurzen Weg nach Hause will er nicht, also lasse ich ihn stehen und gehe alleine weiter, ohne auf ihn zu achten. Mit einigem Abstand folgt er mir und tatsächlich setzt er sich zu Hause direkt an den Hausaufgabentisch und erledigt die restlichen Aufgaben selbstständig.
Hinterher nehme ich ihn auf den Schoß und wir sprechen über die Situation. Er ist sehr einsichtig, zumindest für den Moment.
Ich koche mir eine Tasse Kaffee und nasche einen Schokoriegel, ehe ich die weißen Kinderzimmergardinen aufhänge. Sohnemann bleibt in meiner Nähe und ist den Rest des Tages ganz lieb.
Inzwischen ist es fast viertel 6 und Töchterchen ist noch nicht da. Auch sie durfte nach der Christenlehre in die Bücherstube, da werden derzeit Weihnachtsgeschenke gebastelt. Ich laufe ihr entgegen, da es inzwischen schon ganz schön dunkel ist. Zu Hause will sie direkt weiter basteln und verschwindet direkt ins kleine Zimmer. Sohnemann und ich halten uns im Wohnzimmer auf, bis der Papa nach Hause kommt.
Wir tauschen uns über den Tag aus.
Später gibt es Abendessen. Für die Kinder brate ich die restlichen Nudeln vom Mittag, der Herr TAC und ich essen Brot.
Wir liegen gut im abendlichen Zeitplan. Sohnemann beeilt sich mit dem "Bettfertig machen", um mit dem Papa noch eine Runde an dessen Computer Autorennen fahren zu können. Töchterchen macht sich auch fertig und gesellt sich dazu.
Ich verabschiede mich von den dreien und fahre zur Sonderchorprobe. Wir üben intensiv an den Stellen, die noch nicht gut klappen. Nicht alle Chormitglieder sind da, aber es wird noch eine zweite Sonderchorprobe geben. Seltsamerweise kommen die, die es am wenigsten können, eher selten zu den zusätzlichen Proben. Aber naja, hoffen wir, dass es am Wochenende gut klappt.
Als ich nach Hause komme, ist Herr TAC grade unten und teilt mir mit, dass wir mal wieder eine Maus im Treppenhaus haben. Ich hatte mir sowas schon gedacht, da lange Grashalme - bringen die Katzen meist mit der Maus mit rein - im Treppenhaus lagen. Sie ist in den Gräben verschwunden. Also hebt Herr TAC diverse Abdeckungen hoch und wir setzen die Katzen hinein. Sie scheinen die Maus zu riechen, aber so recht wissen sie wohl nicht, was wir von ihnen wollen. Schließlich entdeckt der Herr TAC die Maus, aber sie zu fangen ist bei dem Untergrund unmöglich. Wir wissen nun aber, wo die Maus sich versteckt. Ich setze den Kater direkt daneben, Herr TAC hebt den entsprechenden Stein an. Und siehe da, nun kapiert sogar unser Kater und fängt die Maus. Mitsamt Maus im Maul sperren wir nun beide Katzen für einige Zeit nach draußen. Würden wir das nicht tun, würden sie sie wohl direkt wieder herein bringen.
Ich bin geschafft vom Tag und lege mich aufs Sofa, um mich noch ein wenig vom Fernsehprogramm berieseln zu lassen. Herr TAC bleibt an seinem Rechner, bis wir schließlich schlafen gehen.

Mittwochsgrüße von TAC

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